Arbeiten mit Behinderung

Arbeit ist ein grosser Bestandteil unseres Lebens und ermöglicht uns, Teil eines sozialen Umfeldes zu sein. Von Menschen mit Behinderung, ihren Fähigkeiten und ihren speziellen Potenzialen können Arbeitgebende in hohem Masse profitieren – wenn sie bereit sind, sich darauf einzulassen.

In der Schweiz leben gemäss Bundesamt für Statistik rund 1,7 Millionen Menschen mit einer voraussichtlich dauernden Behinderung. Für sie ist die Teilhabe am Arbeitsleben nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern eine wichtige Grundlage für soziale Integration und Lebensqualität. Die Arbeit fördert soziale Kontakte und gibt die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln und Neues zu lernen.  

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Arbeitslosigkeit kann dazu führen, dass man aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wird. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft fehlt und dadurch auch die Integrationskraft einer Gesellschaft. Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden oder ohne schulische beziehungsweise berufliche Abschlüsse sind besonders betroffen.  

Bestehen Integrationshemmnisse, müssen diese gezielt vermindert werden. Die Inklusion von Menschen mit Behinderung kann beispielsweise durch staatliche Zuschüsse an Unternehmen gefördert werden. Das Ziel ist, Vorbehalte bei Arbeitgebenden abzubauen und kurzfristige Produktivitätsnachlasse auszugleichen.  

Menschen mit Behinderung brauchen Arbeitgebende, die in ihrer Einstellungspolitik auf Chancengleichheit setzen und Menschen mit Behinderung ein produktives Arbeitsumfeld bieten, welches durch eine barrierefreie Ausstattung gekennzeichnet ist. Unternehmen, die dafür offen sind, können jedoch fast ausnahmslos von sehr positiven Erfahrungen berichten. 

Menschen mit Behinderung sind leistungsstarke und loyale Mitarbeitende

Auch für die Einstellung von Mitarbeitenden mit Behinderung ist ihre Qualifikation für eine bestimmte Position entscheidend. Im beruflichen Alltag überzeugen sie oft durch besonders hohe Motivation und Loyalität zu ihrem Arbeitgeber. Entscheidend für ihren beruflichen Erfolg sind Akzeptanz, aktives Diversity Management im Unternehmen und natürlich auch persönliches Engagement für die Karriere. 

Die richtige Einstellung zur Arbeit

Für viele Menschen ist die Arbeit eine Belastung. Das Team, die Arbeitszeiten oder die Arbeit selbst drücken auf das Gemüt. Sie wird als lästige Pflicht betrachtet, die gemacht werden muss, um die Rechnungen zu bezahlen. 

Doch viel wichtiger wäre es, die Arbeit als Lebensaufgabe und schöne Tagesbeschäftigung kennenzulernen. Soziale Interaktionen, Erfolgsgefühle nach gemeisterten Aufgaben oder ganz banal einen Grund aufzustehen sind nur einige der positiven Einflüsse der Arbeit. Die Einstellung zur Arbeit macht enorm viel aus, ob man darin eine Erfüllung findet oder nicht. 

Arbeitsplatz mit Tasse "wework".  | © Unsplash

Da die Arbeit ein grosser Bestandteil unseres Lebens ausmacht, ist eine positive Einstellung von grosser Bedeutung. (Foto: Unsplash) 

Bewerben mit Behinderung – Wann im Vorstellungsgespräch ansprechen?

Wenn Sie die Behinderung im Vorstellungsgespräch erwähnen, so tun Sie dies im Laufe des Gesprächs, nicht ganz am Anfang oder ganz am Ende. Wenn Sie Ihre Behinderung im Bewerbungsschreiben erwähnen möchten, so geben Sie auch gleich eventuelle Einschränkungen mit an und auch, wie Sie diese, zum Beispiel durch technische Hilfsmittel, ausgleichen können.

Sie können Ihre Behinderung auch verschweigen und sich als «Arbeitnehmer*in ohne Behinderung» einstellen lassen. Bitte überlegen Sie sich dann aber vorher, ob es Ihnen möglich ist, Ihre Behinderung praktisch täglich in Ihrem Arbeitsleben zu verstecken und ob es Ihnen dies überhaupt wert ist. Stellen Sie sich diese Frage spätestens, wenn Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Falls die Behinderung die vorgesehene Arbeit beeinflusst, sind Sie verpflichtet diese im Einstellungsgespräch anzusprechen.