Burnout – Ausbrennen bei der Arbeit

Ein Burnout, geistiges Ausbrennen, kann schwerwiegende psychische, körperliche und emotionale Folgen haben. Welche Ursachen ein Burnout haben kann, was typische Symptome und Risikofaktoren sind, wie die Behandlung abläuft und wie viele Menschen in der Schweiz unter einem Burnout leiden erfahren Sie in unseren Artikeln.

In diesem Artikel erhalten Sie einen kurzen Überblick über das Thema Burnout. Wenn Sie an konkreteren Informationen zu den einzelnen Themenbereichen interessiert sind, empfehlen wir Ihnen unsere detaillierten Artikel zu den Themenbereichen: Symptome, Verlauf & Diagnose; Behandlung & Prognose; Prävention; Ursachen & Risikofaktoren und zur Lage in der Schweiz.

Definition – Was ist ein Burnout überhaupt?

Was ein Burnout eigentlich genau ist, ist unter der Schweizer Ärzteschaft umstritten. Probleme bereitet dabei hauptsächlich die unklare Abgrenzung zur Depression, die eine Definition schwierig macht.

Wörtlich übersetzt bedeutet der englische Begriff «burn out» so viel wie «ausbrennen». Oft wird das Burnout-Syndrom konkret als «ein emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand» definiert. In den meisten Fällen wird dabei auch explizit ein Zusammenhang zur Arbeitstätigkeit hergestellt. Gerade diese starke Verbindung zum Arbeitsplatz kann dann auch als entscheidender Unterschied zur klassischen Depression gesehen werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Burnout 2019 als gesundheitsgefährdenden Faktor anerkannt. Sie definiert Burnout als «Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann». Sie sieht dabei das Burnout aber nicht als eigene Krankheit, sondern als einen durch die Arbeitstätigkeit verursachten chronischen Risikofaktor für andere Krankheiten.

Das Burnout-Syndrom und die Schweiz

In der Schweiz sind Untersuchungen zu folge rund 10,5 Prozent der Erwerbsbevölkerung direkt von einem Burnout bedroht und 21Prozent leiden unter sehr starkem Stress. In den letzten Jahren hat die Anzahl betroffener Menschen sogar stark zugenommen. Diese Entwicklung verursacht immense wirtschaftliche Schäden für Unternehmen und die Gesellschaft – bis zu 10 Milliarden Franken jährlich. 

Gleichzeitig sind die Kosten für eine Burnout-Behandlung in der Schweiz sehr hoch und die Krankenkassen übernehmen meistens nur einen kleinen Teil der Kosten. Deshalb gibt es in letzter Zeit vermehrt politische Bestrebungen, das Burnout offiziell als Berufskrankheit anzuerkennen.

Wenn Sie mehr über das Thema Burnout im Schweizer Zusammenhang erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel: «Burnout – Die Lage in der Schweiz».

Jeder 10. Erwerbstätigen in der Schweiz ist direkt von einem Burnout bedroht. | © Unsplash

Jede*r 10. Erwerbstätige in der Schweiz ist direkt von einem Burnout bedroht. (Foto: Unsplash)

Ursachen und Risikofaktoren eines Burnouts

Was genau ein Burnout verursacht ist nicht immer eindeutig klar, denn die Gründe sind bei jeder betroffenen Person unterschiedlich. Meist ist aber eine Kombination verschiedener Faktoren der Auslöser – und ein Übermass an Stress ist immer zwingend einer davon.

Zusätzlich gibt es auch eine Reihe von Risikofaktoren für ein Burnout. Unterschieden werden kann dabei zwischen inneren und äusseren Faktoren. Prinzipiell gilt dabei der Grundsatz: es gibt zwar einige Menschen und Berufsgruppen mit grösserer Veranlagung für ein Burnout, aber schlussendlich kann es jeden treffen.

Wenn Sie mehr über die Ursachen von Burnout und die einzelnen Risikofaktoren erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel: «Ursachen und Risikofaktoren – Was führt zu einem Burnout?».

Symptome, Verlauf und Diagnose bei einem Burnout

In Bezug auf das Burnout-Syndrom ist es wichtig zu wissen, dass es sich beim Burnout nicht um ein einmaliges, spontan auftauchendes Ereignis handelt, sondern viel mehr um einen langwierigen, langsamen Prozess. Folglich gibt es auch nicht «die» Burnout-Symptome. Allerdings gibt es drei von der WHO definierte Erkennungsmerkmale eines Burnouts:

  • Starkes Erschöpfungsgefühl
  • Steigende geistige Distanz und/oder negative Haltung zum eigenen Job
  • Verringerung der beruflichen Leistungsfähigkeit

Zusätzlich kann man den Burnout-Prozess in fünf unterschiedliche Phasen unterteilen, während denen bei den betroffenen Personen ähnliche Symptome auszumachen sind. Die Phasen sind:

  • Burnout-Anfang und erste Warnsymptome
  • Abbau des Engagements und der Leistungsfähigkeit
  • Genereller Abbau
  • Körperliche Reaktion
  • Verzweiflung und Stressdepression

Ein Burnout kann dabei schlimme negative Auswirkungen auf die betroffenen Menschen haben. Im schlimmsten Fall kann es zu einer permanenten Arbeitsunfähigkeit oder sogar zu Suizid kommen.

Hinsichtlich der Diagnose sollte man sich immer an eine medizinische Fachperson wenden. Zwar gibt es mittlerweile einige Online-Tests, diese sind aber nur für die Bewusstseinsförderung relevant und ersetzen keine ärztliche Überprüfung. 

Sollten Sie mehr über Symptome, den Verlauf und die Diagnose bei einem Burnout erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel: «Burnout – Symptome, Verlauf und Diagnose».

Mann arbeitet am Laptop  | © Unsplash

Ein starker Abbau der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz ist typisch für ein Burnout. (Foto: Unsplash)

Burnout – Behandlung, Prognose und Prävention

Am besten ist es natürlich für alle Beteiligten, wenn es gar nie zu einem Burnout kommt oder der Burnout-Prozess schon in einer frühen Phase gestoppt wird. Präventive Massnahmen helfen dabei das zu gewährleisten.

Bei der Burnout-Vorbeugung geht es hauptsächlich darum, den Stress abzubauen und den eigenen Umgang mit Stress zu verbessern. Dafür gibt es zwei Ansatzpunkte: Einerseits kann man versuchen den Stress direkt bei der Wurzel – am Arbeitsplatz – zu packen, andererseits gibt es eine Reihe weiterer Massnahmen in anderen Lebensbereichen, die bei der Prävention helfen können. Dabei stehen das Arbeiten an sich selbst, ein gesünderer Lebensstil und Stressabbautechniken im Vordergrund.

Sollte man allerdings an dem Punkt angelangt sein, bei dem die Präventivmassnahmen nicht mehr ausreichen, wird eine Burnout-Behandlung notwendig. Ein wichtiger erster Schritt ist dabei die Krankheitseinsicht der betroffenen Person, denn diese bildet die Grundlage für einen Erfolg der weiteren Therapien. Die zentrale Behandlungsmethode bildet dann die psychotherapeutische Betreuung, wobei in frühen Phasen oft auch schon eine schnelle Krisenintervention reicht. Unterstützt werden kann der Behandlungsprozess bei Bedarf durch eine medikamentöse Behandlung und/oder ergänzende Therapien (zum Beispiel Pflanzenheilkunde oder traditionelle chinesische Medizin).

Die Prognose ist dabei meist nicht schlecht. Es gilt aber der Grundsatz «je früher desto besser». Sollten Sie also bei sich oder bei Ihnen bekannten Personen Burnout-Warnzeichen oder sogar Symptome entdecken, ist es wichtig sich so schnell wie möglich Hilfe zu suchen und das Problem anzugehen.

Detailliertere Informationen zum Thema Prävention finden Sie in unserem Artikel «Burnout – Prävention und Vorbeugung». Wenn Sie mehr über therapeutische Massnahmen und die Heilungschance erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen den Beitrag «Burnout – Behandlung und Prognose».

Wo erhalte ich Hilfe und weitere Informationen?

Sollten Sie an weiteren, noch detaillierteren Informationen zum Thema Burnout in guter Qualität interessiert sein, empfehlen wir Ihnen als ergänzende Literatur die Burnout-Broschüre von Martin E. Keck vom Max Planck Institut für Psychiatrie. Die wichtigsten Punkte daraus finden Sie aber natürlich auch in kürzerer und verständlicherer Fassung bei uns. 

Einen weiteren spannenden Einblick in das Thema Burnout erhalten Sie in unserem Interview mit Prof. Matthias Burisch, einem der anerkanntesten Wissenschaftler im Bereich Burnout.

Sollten Sie Selbst oder eine andere Person anonyme Soforthilfe brauchen, empfehlen wir Ihnen ein Gespräch mit der dargebotenen Hand. Sollten Sie sonstige Hilfe benötigen wenden Sie sich bitte an Ihren persönlichen Hausarzt oder die Hausärztin.