Ein Mann sitzt an einem Holztisch, hat den Kopf in die Hände geschützt und sieht traurig aus.

Burnout/Depression: Was Sie wissen müssen

Symptome und Behandlung ähneln sich, doch die Ursachen nicht. Wir haben die wichtigsten Unterschiede zwischen Depressionen und Burnout für Sie zusammengefasst.

Vorweg: weder eine Depression noch ein Burnout sollten Sie auf die leichte Schulter nehmen. Beide Krankheitsbilder sind aber behandelbar und hindern Betroffene nicht daran, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten.

Was ist eine Depression?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert die Depression als «psychische Krankheit, die durch anhaltende Traurigkeit und einem Mangel an Interesse oder Freude an zuvor angenehmen Aktivitäten gekennzeichnet ist». Das trifft es ziemlich gut, doch kann sich eine Depression auch durch andere Symptome bemerkbar machen. Als Hauptsymptome gelten gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit, zu den Nebensymptomen gehören Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit und Schlafstörungen. Die Ursachen für Depressionen setzen sich aus körperlichen, genetischen und psychischen Auslösern zusammen. Ausserdem sind wir nach traumatischen Ereignissen oder in schwierigen Lebensphasen besonders gefährdet, eine Depression zu entwickeln. Behandelt wird die Krankheit in aller Regel mit Antidepressiva und/oder Psychotherapie, wie wir in unserem Beitrag «Depression: Behandlung» festgehalten haben.

Und was ist ein Burnout?

Anders als die Depression anerkennt die Weltgesundheitsorganisation das Burnout nicht als reguläre Krankheit. Vielmehr handelt es sich gemäss der WHO «um ein durch unverarbeiteten Stress am Arbeitsplatz ausgelöstes Syndrom». Erkennen lässt sich ein Burnout am starken Erschöpfungsgefühl, der steigenden geistigen Distanz und/oder negativen Haltung zum eigenen Job sowie einer Verringerung der beruflichen Leistungsfähigkeit. Das Syndrom verläuft phasenweise, der zu Anfang von vielen Betroffenen empfundene Enthusiasmus führt erst zur Überforderung, dann zur Frustration und schliesslich zur vollkommenen Erschöpfung, die in eine Depression (sogenannte Erschöpfungsdepression oder Stressdepression) münden kann. Burnouts werden vorwiegend mit Psychotherapie behandelt, in der Betroffene lernen, besser mit Stress umzugehen. Zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen den Artikel «Burnout – Behandlung und Prognose». Antidepressiva kommen nur zum Einsatz, wenn Patient:innen Symptome einer Depression zeigen. Dies ist vor allem bei einem fortgeschrittenen Burnout der Fall.

Burnout oder Depression?

Der grösste Unterschied zwischen einem Burnout und einer Depression besteht einerseits in der Definition: während ersteres als Syndrom gilt, ist zweiteres eine anerkannte Krankheit. Weiter lassen sich die Krankheitsbilder dadurch voneinander trennen, dass bei einem Burnout eine klare Ursache ausgemacht werden kann, wird es doch durch Stress oder Überlastung am Arbeitsplatz ausgelöst. Bei einer Depression hingegen kommen erstens mehrere Faktoren hinzu und zweitens spielt die Ursache bei der Behandlung nur eine untergeordnete Rolle. Anders ausgedrückt: während ein Burnout immer im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz steht, kann eine Depression auch ohne erkennbare Ursache auftreten. 

Eine Grafik, die zeigt, dass Burnout und Depressionen Erschöpfung, Unruhe und Antriebslosigkeit gemeinsam haben. | © EnableMe

Was Burnout und Depression verbindet und worin sie sich unterscheiden. (Grafik: EnableMe)

Sollten Sie sich also nicht sicher sein, ob Sie an einer Depression oder an einem Burnout leiden, können folgende Fragen Aufschluss geben:

  • Sind Ihre Beschwerden mit Ihrer Arbeit in Verbindung zu bringen?
  • Würden Sie sagen, dass Sie bei der Arbeit weniger motiviert sind als sonst?
  • Denken Sie anders über Ihren Arbeitgeber als in der Vergangenheit?
  • Sind Sie weniger leistungsfähig?

Wenn Sie eine oder mehrere der Fragen mit «Ja» beantworten konnten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie an einem Burnout leiden und nicht an einer Depression. Jetzt ist es wichtig, die nötigen Schritte einzuleiten, um Schlimmeres zu verhindern! Suchen Sie sich Hilfe bei den geeigneten Fachpersonen. Das können Coaches sein, Psychiater:innen, Psycholog:innen oder der Hausarzt, die Hausärztin. Folgende Organisationen können Ihnen helfen, geeignete Therapeut:innen zu finden: Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP), Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP)  Schweizerische Berufsverband für angewandte Psychologie (SBAP).


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