Eine Mutter hält ihr Kind im Arm, das Mädchen lächelt. | © Unsplash

Lösen von der negativen inneren Einstellung

Eltern von Kindern mit Behinderungen oder Krankheiten begegnen dem Leben oft mit einer negativen inneren Einstellung. Das Leben muss nicht traurig und belastend sein. Eltern von Kindern mit Behinderungen oder Krankheiten können genauso wie andere Eltern ein glückliches Familienleben führen. Wie das Lösen von der negativen inneren Einstellung geht, berichtet die Mutter einer Tochter mit Behinderung, Frau Anna-Katharina Frisch von one of you coaching.

Am Tag ihrer Geburt, erlitt unsere Tochter einen Hirninfarkt. Dieser hatte das Sprachzentrum und die Motorik stark betroffen. Wir wussten nicht, ob unser Kind einseitig gelähmt sein würde und jemals sprechen könnte. Die Vernarbung im Hirn löste Epilepsie aus. Mit allerhand Medikamenten wurde diese zu behandeln versucht, war aber schlicht nicht in den Griff zu bekommen. Wir sahen uns mit einem von Nebenwirkungen völlig veränderten Kind konfrontiert und gleichzeitig nahmen die epileptischen Anfälle zu. Wir holten eine Zweitmeinung ein und haben mit Naturheilärzten gesprochen (wenn Sie mehr über Zweitmeinung erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel: «Ärztliche Zweitmeinung»). Im Alter von zwei Jahren stand fest, das kleine Köpfchen musste operiert werden. Sonst würde die betroffene Hirnhälfte, welche ein Dauergewitter erlitt, auch noch die gesunde Hirnhälfte beeinflussen. Dies mit der Folge, dass sich unser Kind geistig nicht weiterentwickeln könnte. Ein grosser Eingriff ( stand uns bevor. Wir vertrauten auf das Gute und auf die Medizin, was sich wunderbarerweise als richtig herausstellte.

Digitale Begleitstelle: Hilfe für Eltern von Kindern mit Behinderungen

Als Eltern eines Kindes mit Behinderungen haben Sie im Alltag viele zusätzliche Herausforderungen zu meistern. Hier finden Sie Hilfe in jeder Lebensphase Ihres Kindes – mittels Informationen sowie Austauschmöglichkeiten im Forum.

Zur Begleitstelle für Eltern 

Eltern sitzen mit ihrer kleiner Tochter und einem Laptop auf den Knien auf dem Sofa und informieren sich. | © Pexels / Kampus Production

Unser fröhliches Mädchen kann ihren rechten Arm heute zwar nur schwer ansteuern, aber mit einer Beinorthese bestens gehen, ja sogar rennen. Es wächst zweisprachig auf und plaudert wie ein Wasserfall. Kognitiv kann es gut mithalten und somit auch die öffentliche Regelschule besuchen. Sie ist riesig stolz auf sich. Wir natürlich auch!!

Zudem geht sie mit ihrer Behinderung um, als sei dies die grösste Selbstverständlichkeit. Fremden Menschen erklärt sie, warum sie eine Beinorthese zum Gehen braucht und weshalb ihr Arm/ihre Hand am liebsten «schläft» (wenn Sie mehr über Orthese erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel: «Orthesen – technische Hilfsmittel bringen Erleichterung»). Sie weiss selbstverständlich von meiner Tätigkeit als Coach für Mütter eines Kindes mit Behinderung und findet dies so toll, dass sie überall Flyer verteilen und werben will. Vollste Akzeptanz.

Lösen von der negativen inneren Einstellung

Es ist meines Erachtens beim Lösen von der negativen inneren Einstellung von enormer Wichtigkeit, wie wir Eltern mit der Tatsache umgehen, dass unser Kind «anders» ist. Sobald wir verzagen und gegen diese nicht veränderbaren Umstände ankämpfen, verlieren wir Energie und nicht selten die Hoffnung. Zudem spürt unser Kind unseren inneren Kampf und leidet mit. Akzeptanz bringt eine riesige Entspannung und ganz viel unverhofft Schönes.

Eine dreiköpfige Familie am Strand.  | © Unsplash

Akzeptanz der Situation hilft beim Lösen von der negativen inneren Einstellung. (Foto: Unsplash)

Grundlegend ist ebenfalls, dass wir Eltern die Bedürfnisse unseres Kindes gut herausspüren. Seine Fähigkeiten fördern aber auch seine Grenzen kennen und akzeptieren. Unsere Tochter ist beispielsweise eine «Wasserratte». Trotz ihrer einseitigen Lähmung hat sie sehr schnell Schwimmen gelernt und ist im Wasser ganz in ihrem Element. Also verbringen wir den ganzen Sommer in der Badi um ihrer Begabung Rechnung zu tragen und ihr die Leichtigkeit, die sie im Wasser empfindet, sehr oft zu ermöglichen. 

Zudem sollten wir Eltern aus dem so ungesunden Wettbewerb aussteigen und einen anderen – eigenen Massstab ansetzen. Es versteht sich ja von selbst, dass das Vergleichen mit Gleichaltrigen hier völlig fehl am Platz wäre. Wir sollten versuchen, unsere Aufmerksamkeit immer wieder ganz bewusst auf das Funktionierende und Gute zu richten. Zwischenerfolge unseres Kindes zelebrieren und kleine Glücksmomente bewusst geniessen. So sind wir zum Beispiel mega stolz, wenn unsere Kleine nun mit sieben Jahren alleine auf die Rutschbahn klettern kann.

Eine Mutter trägt lachend ihren Sohn. | © Unsplash

Die Aufmerksamkeit auf das Funktionierende und Gute zu richten, kann helfen sich von der negativen inneren Einstellung zu lösen. (Foto: Unsplash)

Wir Mütter meinen oft, wir müssten uns immer erst um die Familie und alles andere kümmern, was sonst noch anfällt und stellen uns hinten an. Dabei verkümmert unsere Seele. Jedoch sind gerade wir nicht selten «das Zentrum» der Familie und unglaublich wichtig. Lassen Sie sich beim Lösen von der negativen inneren Einstellung unterstützen. Räumen Sie sich ganz bewusst Zeit für sich selbst ein und tun Sie sich Gutes. Dies ist trotz überfülltem Terminkalender möglich – Prioritäten setzen ist gefragt! Denn, wenn Mama funktioniert, funktioniert das ganze Familiensystem besser. 

Ich bin unglaublich dankbar, für den reichen und wahren Weg, den wir mit unserer Tochter gehen dürfen. Natürlich ist es nicht immer ganz einfach, aber ich glaube fest daran, dass wir bei neuen Herausforderungen immer wieder passende Lösungen für sie finden und noch ganz viel von ihr lernen dürfen.

Weitere Informationen und Unterstützung finden Sie hier:

  • Falls Sie sich auch mehr Leichtigkeit, Akzeptanz und Erfüllung in Ihrem Leben wünschen, hören Sie doch mal in meinen Podcast rein: one of you – Kind mit Behinderung
  • oder melden Sie sich für ein unverbindliches Gespräch bei mir.
  • Wir haben eine ähnliche «Aufgabe» …gehen wir den Weg gemeinsam… 

Dieser Artikel richtet sich an Eltern von Kindern mit Behinderungen und ist Teil der digitalen Begleitstelle. Haben Sie ergänzende Bemerkungen? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung per Mail an info@enableme.ch.


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