Demenz – eine Volkskrankheit

Demenz ist der Überbegriff für Erkrankungsbilder, bei denen eine Hirnschädigung zu einem schrittweisen Verlust des Gedächtnisses, des Denkens, der Erinnerung, der Orientierung oder der Verknüpfung von Denkinhalten führt. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Pflegeplanung der Demenzkranken.

Demenz kann durch degenerative sowie nicht-degenerative Erkrankungen des Gehirns entstehen. Das Hirnversagen bei Demenz ist im fortgeschrittenen Stadium mit einem Verlust von Erlebnisfähigkeit, Interessen oder Gefühlen verbunden. Zu einem späteren Zeitpunkt kann es zu einer körperlichen Behinderung und dem Verlust von Körperfunktionen kommen.

Häufigkeit der Demenzerkrankung

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Demenzfälle stark zu. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich die Zahl der weltweit Erkrankten bis 2030 auf über 70 Millionen verdoppeln. In Deutschland könnte sich die Zahl der Betroffenen bis 2050 von heute 1,7 auf 2,6 Millionen erhöhen, in der Schweiz auf über 300'000.

Der Anteil der Demenzkranken an der Bevölkerung steigt mit dem Alter steil an. Während unter 65-Jährige von Demenz nur selten betroffen sind, liegt der Anteil bei über 90-Jährigen bei rund einem Drittel. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit ist bei Frauen und Männern etwa gleich hoch. Dass dennoch etwa 70 Prozent der Demenzerkrankungen auf Frauen entfallen, hat vor allem mit ihrer höheren Lebenserwartung zu tun.

Formen der Demenz

Es sind rund 50 verschiedene Demenzerkrankungen bekannt, wovon Alzheimer rund 60 Prozent aller Demenzfälle ausmacht. 20 Prozent der Betroffenen leiden an einer vaskulären Demenz.
 
Bei Alzheimer verlieren ganze Gruppen von Nervenzellen im Gehirn allmählich ihre Funktionstüchtigkeit und sterben schliesslich ab. Zugleich kommt es zu einem Mangel an körpereigenen Substanzen, die den Austausch von Informationen zwischen den Gehirnzellen gewährleisten. 
 
Die vaskuläre Demenz entsteht meistens durch arteriosklerotische Veränderungen oder einen Verschluss der Hirngefässe. Dies führt zu einer Minderdurchblutung im Gehirn und letztlich zum Absterben kleinster Hirngebiete bis hin zu ganzen Hirnarealen. 
 
Eine weitere Form ist die sekundäre Demenz, welche durch nicht hirn-organische Grunderkrankungen, wie beispielsweise Stoffwechselstörungen, Schilddrüsen-erkrankungen oder Infektionskrankheiten, hervorgerufen wird.

Landkarte und Kompass auf Baumstamm.  | © Unsplash

Bei Demenzerkrankungen kommt es zu einem schrittweisen Verlust des Gedächtnisses, des Denkens oder der Orientierung. (Foto: Unsplash)

Schwerbehinderung

Demenz ist weltweit eine der Hauptursachen für eine Behinderung bei älteren Menschen. Die Krankheit hat enorme physische, psychische, soziale und ökonomische Auswirkungen auf die Betroffenen, deren Familien, Pflegende und die Gesellschaft. In Deutschland haben Demenz-Betroffene mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 ein Anrecht auf den Schwerbehindertenausweis.

Behandlung und Therapie von Demenz

Eine Heilung von Demenz ist bis heute nicht möglich. Es gibt aber zwei verschiedene Therapieansätze: Einerseits kann eine medikamentöse Behandlung den Verlust der intellektuellen Fähigkeiten hinauszögern. Andererseits wird mit nicht-medikamentösen Therapieformen wie Gedächtnistraining, Maltherapien, Sport oder Spielen einer Isolation vorgebeugt und die Erhaltung des Selbstwertgefühls gefördert.