Familie | © Pixabay

Umgang mit der Behinderung oder Krankheit des Kindes

Mit der Behinderung oder Krankheit des eigenen Kindes stehen die Eltern einer komplett neuen, herausfordernden Situation gegenüber. Dementsprechend verhalten sich Eltern unterschiedlich im Umgang mit der Behinderung oder Krankheit des Kindes und haben jeweils andere Erwartungen und Vorstellungen.

Herr R. Meier, Geschäftsleitung Familien-, Paar- und Erziehungsberatung Basel berichtet, dass die Anerkennung und die Akzeptanz der gesundheitlichen Situation des Kindes, eine wichtige Rolle im Umgang mit der Behinderung oder Krankheit des Kindes spielt. Seien sie nicht zu streng zu sich, Akzeptanz und Anerkennung sind nicht immer konstant, obwohl wir uns dies wünschen. Ein Umgang mit dieser Erkenntnis kann helfen, manchen schwierige Situation entspannt anzugehen. Teilen Sie sich auch anderen Menschen mit, sie werden sehen, dass sie mit diesen Themen nicht alleine sind.

Vater und Mutter haben einen unterschiedlichen Umgang mit der Behinderung oder Krankheit ihres Kindes

Wichtig ist es zu wissen, dass die Mutter einen unterschiedlichen Umgang mit der Behinderung oder Krankheit des Kindes hat als der Vater. Folgender Artikel zeigt auf, dass Väter von aussen oftmals so wirken, dass sie die Diagnose sehr schnell verdauen und zum Alltag zurückkehren können. Tatsächlich aber kommen die Väter, gerade bei einer «traditionellen» Aufteilung, weniger dazu, die Diagnose emotional verarbeiten zu können. Hier sind insbesondere unterstützende Stimmen gefragt, die den Vätern helfen aufzuzeigen, dass die Behinderung ihres Kindes sowohl Bürde als auch Chance ist. Mütter dagegen müssen dazu unterstützt werden, einen etwaigen Alleinanspruch an die Erziehung für das Wohl ihres Kindes aufzugeben, und einen Kompromiss mit ihrem Partner zu finden. 

Sich mit dem Partner oder die Partnerin in der Erziehung und im Umgang mit der Behinderung oder Krankheit des Kindes zu finden, ist keine leichte Sache. Wichtig ist, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten stets gleich ernst genommen werden und niemand vorschnelle Schlüsse zieht, die nicht offen mitgeteilt oder diskutiert werden. Gedanken wie «Er will ja eh nicht zuhause bleiben»; «Ich könnte das sowieso nicht»; «Es geht jetzt um unser Kind, nicht um mich» und weitere Überlegungen sollten ausgesprochen und beachtet werden. Das Wohlbefinden und die (mentale) Gesundheit der Eltern wirken sich direkt auf das Kind und seine Entwicklung aus, weshalb es so wichtig ist, Lösungen zu finden, die langfristig für beide Elternteile funktionieren. Das Kindeswohl sollte letztlich im Vordergrund stehen, die Interessen der Eltern dürfen den Familienalltag nicht dominieren. 

Ein Paar erwartet ein Kind.  | © Unsplash

Eltern verhalten sich unterschiedlich im Umgang mit der Behinderung oder Krankheit des Kindes. (Foto: Unsplash)

Beratung

Sie als Eltern stehen einer immensen Herausforderung gegenüber und es existieren unterschiedliche Ressourcen, um Ihnen die nächsten Schritte etwas zu erleichtern. Therapeut*innen sind sich einig, dass die meisten (Ehe-)Paare sehr spät zur Therapie kommen, und dass eine frühere Beratung immer effektiver ist. Nebst Therapeut*innen gibt es auch die Möglichkeit, mit dem für das Kind zuständigen ärztlichen Fachpersonal zu sprechen, oder eine*n Mediator*in hinzuzuziehen, um Vermittlung bei den Gesprächen zu bekommen, oder den Austausch mit anderen Eltern zu suchen.
 
Was auch immer es ist, das Ihnen zu helfen vermag, es hat nichts mit Scheitern zu tun, sondern mit Stärke, weil Sie als Eltern das Beste für Ihr Kind wollen – und zwar so schnell und einfach wie möglich. 


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