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Unterschiedliche Umgangsformen mit der Behinderung unseres Kindes

Mit der Behinderung des eigenen Kindes stehen die Eltern einer komplett neuen, herausfordernden Situation gegenüber. Dementsprechend gehen nicht alle Eltern gleich mit der Situation um und haben unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen. Dies wiederum bringt ein höheres Konfliktpotential mit sich, wenn es darum geht, Entscheidungen in Hinsicht auf Therapie oder Erziehung zu treffen – und dies gerade in einer Phase, die unter Umständen sowieso schon mit Arztbesuchen, Krankenhausaufenthalten, Auseinandersetzung mit Frühförderung, Therapien, Institutionen, Behörden und Krankenkassen gefüllt ist.

Wichtig ist es zu wissen, dass die Diagnose einer Behinderung beim eigenen Kind von der Mutter meistens anders verarbeitet wird als vom Vater. Folgender Artikel zeigt auf, dass Väter von aussen oftmals so wirken, dass sie die Diagnose sehr schnell verdauen und zum Alltag zurückkehren können. Tatsächlich aber kommen die Väter, gerade bei einer «traditionellen» Aufteilung, weniger dazu, die Diagnose emotional verarbeiten zu können. Hier sind insbesondere unterstützende Stimmen gefragt, die den Vätern helfen aufzuzeigen, dass die Behinderung ihres Kindes sowohl Bürde als auch Chance ist. Mütter dagegen müssen dazu unterstützt werden, einen etwaigen Alleinanspruch an die Erziehung für das Wohl ihres Kindes aufzugeben, und einen Kompromiss mit ihrem Partner zu finden. 

Sich mit dem*r Partner*in im Umgang und der Erziehung des Kindes zu finden, ist mit oder ohne Behinderung keine leichte Sache. Wichtig ist, dass die Bedürfnisse beider Parteien stets gleich ernst genommen werden und niemand von beiden vorschnelle Schlüsse zieht, die nicht offen mitgeteilt oder diskutiert werden. Gedanken wie «Er will ja eh nicht zuhause bleiben»; «Ich könnte das sowieso nicht»; «Es geht jetzt um unser Kind, nicht um mich» und weitere Überlegungen sollten ausgesprochen und beachtet werden. Das Wohlbefinden und die (mentale) Gesundheit der Eltern wirken sich direkt auf das Kind und seine Entwicklung aus, weshalb es so wichtig ist, Lösungen zu finden, die langfristig für beide Elternteile funktionieren. 

Beim Finden solcher Lösungen ist es empfehlenswert, nicht zu lange zu warten, bis man sich Hilfe von «aussen» holt. Oftmals empfindet ein oder beide Elternteile das Konsultieren einer Fachperson bereits als Scheitern, doch dem ist nicht so! 

Streit | © Pixabay

Es gibt eine Reihe von Ressourcen, um Ihnen die nächsten Schritte zu erleichtern. (Foto: Pixabay)

Sie als Eltern stehen einer immensen Herausforderung gegenüber und es existieren unterschiedliche Ressourcen, um Ihnen die nächsten Schritte etwas zu erleichtern. Therapeut*innen sind sich einig, dass die meisten (Ehe-)Paare sehr spät zur Therapie kommen, und dass eine frühere Beratung immer effektiver ist. 

Nebst Therapeut*innen gibt es auch die Möglichkeit, mit den für das Kind zuständigen Ärzt*innen und Fachpersonen zu sprechen, oder eine*n Mediator*in hinzuzuziehen, um Vermittlung bei den Gesprächen zu bekommen, oder den Austausch mit anderen Eltern zu suchen beispielsweise in unserem Forum.
 
Was auch immer es ist, das Ihnen zu helfen vermag, es hat nichts mit Scheitern zu tun, sondern mit Stärke, weil Sie als Eltern das Beste für Ihr Kind wollen – und zwar so schnell und einfach wie möglich. 


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