Ein Schreibtisch aus der Vogelperspektive, auf dem Bildschirm läuft ein digitales Meeting. | © Pexels

Blick in die Zukunft einer inklusiven Arbeitswelt

Im Rahmen der Aktionstage Behindertenrechte 2022 lud EnableMe zum digitalen Austausch. Anwesende Organisationen, Behörden und Interessierte diskutierten rege über das Angebot EnableMe Jobs und darüber, wie der Weg in eine inklusive Arbeitswelt aussehen könnte.

Zum Beginn des Webinars wurden Zahlen und Fakten zur Lebens- und Arbeitssituation von Menschen mit Behinderungen präsentiert. Insbesondere eine Zahl dürfte den Teilnehmenden dabei in Erinnerung geblieben sein: die 2019 vom Bundesamt für Statistik erhobene Diskrepanz zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen, welche sich am ersten Arbeitsmarkt beteiligen (72% vs. 87%). Die anschliessend präsentierte Marktanalyse lieferte sogleich Erklärungen: begrenzte Anzahl von Stellen, ausschliesslich regionale Angebote, fehlende Barrierefreiheit. «Für mich als Rollstuhlfahrer gibt es zwei offensichtliche Hürden bei der Jobsuche. Erstens sind Arbeitsplätze aufgrund von baulichen Voraussetzungen nicht zugänglich, hier helfen sicher Homeoffice-Lösungen, welche zunehmend Akzeptanz finden. Zweitens beobachte ich, dass Menschen mit Behinderungen eine Arbeit oft nicht zugetraut wird. Es braucht deshalb mehr Offenheit von beiden Seiten und die Bereitschaft, Menschen an ihren Stärken und nicht an ihren Schwächen zu messen. So finden Unternehmen vielleicht Mitarbeiter:innen, deren Talent ansonsten unentdeckt geblieben wäre», brachte es Gion Jäggi, Community Manager bei EnableMe, der mit Zerebralparese lebt und seine Erfahrungen im Rahmen eines Interviews teilte, auf den Punkt.

Im zweiten Teil führte Kolb durch das neue Angebot EnableMe Jobs mit seinen drei Hauptbereichen Jobbörse, Community und Content. Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, so die Projektleiterin, sei wichtig für den Erfolg des neuen Services, weshalb sie sich umso mehr freue, mit myAbility eine namhafte und erfahrene Partnerin vorzustellen. Mit ABB sprach ein Unternehmen, welches bereits mit EnableMe zusammenarbeitet, über seine Erfahrungen. Aber wie werden Firmen im ersten Arbeitsmarkt überhaupt auf das Angebot aufmerksam? «Wir gehen aktiv auf Unternehmen zu», erklärte die Projektleiterin, «das braucht einiges an Überzeugungs- und Sensibilisierungsarbeit.»

EnableMe Jobportal

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Unser Angebot

Ein Mann hält den Daumen hoch. | © Pexels / Rodnae Productions
«Wie begleitet EnableMe Unternehmen konkret?»

Eine Frage, die nach den Worten von Ceren Özen und Susanne Wipf von der ABB interessierte. Michelle Kolb zeigte verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten auf: individuelle Gespräche mit den Unternehmen, in denen sie als Selbstbetroffene bereits erste Fragen beantworten könne, künftige Webinare sowie die Vernetzung mit wichtigen Partnerorganisationen. Daneben natürlich die Möglichkeit, Stellen auf der Jobbörse auszuschreiben. Ob dort denn auch Führungspositionen ausgeschrieben würden, wollte daraufhin eine Teilnehmerin wissen. «Ja, alle Arten von Stellen», bestätigte Kolb. 

Wertvolle Inputs, persönliche Geschichten

Die anschliessende Diskussion lieferte beiden Seiten wichtige Erkenntnisse darüber, wie der weitere Weg in einen inklusiven Arbeitsmarkt aussehen könnte. Man war sich einig, dass Projekte wie EnableMe Jobs sinnvoll und unterstützungswürdig seien. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Betroffene, wie die Wortmeldung eines Teilnehmers verdeutlichte: «Ich befinde mich in einem Arbeitsversuch nach einem schweren Unfall und suche eine Festanstellung im ersten Arbeitsmarkt.» Ihm wurde der regelmässige Blick auf die für Betroffene kostenlose Jobbörse empfohlen, wo er hoffentlich bald eine passende Stelle findet.


Wir danken allen Teilnehmer:innen herzlich, dass sie sich Zeit für den digitalen Austausch genommen haben! Ein PDF der Präsentation finden Sie hier. Für weitere Fragen steht die Projektleiterin Michelle Kolb zur Verfügung.


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