Drei Personen stehend im Büro, wobei eine Person mobilitätseingeschränkt ist. | © Pexels/Kampus

BFS Statistik 2021: Menschen mit Behinderungen sind mit der Lebensqualität am Arbeitsplatz weniger zufrieden

72 Prozent aller Menschen mit Behinderungen nehmen am Arbeitsmarkt teil. Ihre Lebensqualität ist jedoch weniger gut: Sie geben seltener an, mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein als Personen ohne Behinderungen (67 gegenüber 81 Prozent) und erfahren in erhöhtem Mass Gewalt und Diskriminierung (26 gegenüber 18 Prozent). Diese Ergebnisse beruhen auf den Indikatoren zur Gleichstellung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember publiziert.

Die Indikatoren zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Bezug auf die Erwerbstätigkeit wurden vom BFS anhand der Daten der Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen (SILC) 2019 aktualisiert. Berücksichtigt wurden zudem die Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung  (SGB) 2017 zu Benachteiligungen und Gewalt am Arbeitsplatz. 

Arbeitsmarktteilnahme variiert je nach Behinderung und Geschlecht

Menschen mit Behinderungen im erwerbsfähigen Alter nehmen weitgehend am Erwerbsleben teil, selbst wenn sie bei Aktivitäten des täglichen Lebens stark eingeschränkt sind. 72 Prozent der Menschen mit Behinderungen beteiligen sich am Arbeitsmarkt (Menschen ohne Behinderungen: 87 Prozent).

Auch nach Geschlecht betrachtet ist die Arbeitsmarktteilnahme von Menschen mit Behinderungen geringer: 68 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer mit einer Behinderung nehmen am Erwerbsleben teil, bei Frauen und Männern ohne Behinderungen sind es 83 bzw. 91 Prozent.

Infografik zur BFS Statistik 2021: Drei Viertel der Menschen mit Behinderungen sind erwerbstätig. Sie geben jedoch häufiger an, mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden sein. Benachteiligung und Diskriminierung sind die Gründe dafür. 26 Prozent gaben an, kürzlich diskriminiert worden zu sein. (Grafik: EnableMe)

Geringere Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Die Lebensqualität am Arbeitsplatz von Personen mit Behinderungen ist insgesamt weniger gut als jene der Bevölkerung ohne Behinderungen. Der Anteil der Erwerbstätigen, die sowohl mit ihrem Erwerbseinkommen als auch mit den Arbeitsbedingungen und dem Arbeitsklima zufrieden sind, ist bei Personen mit Behinderungen tiefer als bei jenen ohne Behinderungen (67 gegenüber 81 Prozent).

Frauen mit Behinderungen sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufriedener als Männer mit Behinderungen (70 gegenüber 64 Prozent). Bei der Bevölkerung ohne Behinderungen ist kein signifikanter Unterschied nach Geschlecht festzustellen.

Menschen mit Behinderungen sind insbesondere in Bezug auf das Erwerbseinkommen und die Arbeitsbedingungen weniger zufrieden. Zudem geben sie vermehrt an, nach der Arbeit erschöpft zu sein. Folglich haben sie weniger Energie, um ihren Freizeitbeschäftigungen nachzugehen und ihre Pflichten im Privatleben wahrzunehmen.

Jede vierte Person mit einer Behinderung erfährt Gewalt oder Diskriminierung

Menschen mit Behinderungen sind am Arbeitsplatz häufiger Gewalt oder Diskriminierung ausgesetzt. 2017 gaben 4 Prozent an, bei der Arbeit aufgrund ihrer Behinderung diskriminiert worden zu sein.

26 Prozent aller Beschäftigten mit Behinderungen berichteten, in den letzten zwölf Monaten vor der Erhebung mindestens eine der neun abgefragten Formen von Benachteiligung oder Gewalt (Benachteiligung aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Behinderung, verbale oder körperliche Gewalt, Drohungen, Einschüchterung, Mobbing oder sexuelle Belästigung) erfahren zu haben. Bei den Personen ohne Behinderung belief sich dieser Anteil auf 18 Prozent.


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