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Alternative Behandlungen – Angststörungen, Burnout, Depression

Depressionen, Angststörungen und Burnouts sind Teil des Lebens vieler Menschen. Trotz jahrelanger Erfahrung mit der Behandlung scheint immer noch der traditionel medikamentöse Weg als erstes eingeschlagen zu werden.

Begleitend zur medikamentösen Therapie für Depressionen wird stets eine Psychotherapie eingesetzt. Vielfach stehen mehrere Ursachen einer Depression zugrunde, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Die Entstehung, Symptome und das Beschwerdebild unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Daher ist eine individuell zugeschnittene Therapie notwendig, die gezielt auf die Bedürfnisse der betroffenen Person eingeht. Besonders die kognitive Verhaltenstherapie sowie die interpersonelle Psychotherapie werden besonders häufig eingesetzt, da sie bisher am besten untersucht und belegt wurden. Heutzutage werden jedoch auch vermehrt alternative Therapien angeboten, die auf verschiedene Persönlichkeits- und Krankheitsbilder unterschiedlich anspringen. 

Aktivität und Sport

Während sportliche Tätigkeiten gerade bei Burnouts sehr helfen können, ist die antidepressive Wirkung nicht klar wissenschaftlichlich belegt. Das Stresshormon Cortisol wird durch Sport jedoch schneller abgebaut und bei Ausdauersportarten wie beispielsweise Nordic Walk, Joggen oder Vita Parcours werden zusätzlich Endorphine ausgeschüttet, die Stimmungsaufheller sind. Daher empfehlen Ärztinnen und Ärzte auch bei Depressionen therapiebegleitend Sport zu treiben. Trotzdem kann Sport die Medikament- oder Psychotherapie nicht ersetzen. Um eine Wirkung zu erzielen sollte mind. 3 mal wöchentlich während min. 20-30 Minuten Ausdauersport getrieben werden. Nebst den hormonellen Einflüssen, kommt der soziale Aspekt hinzu, wenn in Gruppen Sport betrieben wird. Auch die frische Luft in der Natur und das Sonnenlicht wirken sich positiv aus.   

Kunsttherapeutische Methoden

Kunsttherapeutische Methoden sind tiefenpsychologisch orientierte Verfahren. Die Bewegungs- und Tanztherapie arbeitet mit den Ausdrucksformen des Körpers, dem Lebensumfeld sowie der Lebensgeschichte, der Bewegung und dem künstlerischen Medium Tanz. In der Körperhaltung und -bewegung kommt der Mensch gesamtheitlich zum Ausdruck und seine körperliche, seelische und geistige Verfassung wird widergespiegelt. Die Erfahrungen werden in Gesprächen und Heilungsprozessen reflektiert um dadurch das Gleichgewicht von Körper und Psyche wiederherzustellen.

Auch die Musiktherapie als vertiefendes Medium für Wahrnehmung, Ausdruck, Kommunikation und Verhalten, kann zu einer Verbesserung im Gefühlsleben einer betroffenen Person führen. In einem spielerischen und experimentierfreudigen Umfeld finden Menschen einen anderen Umgang mit sich selbst und ihrem Umfeld. Der Raum zur non-verbalen Kommunikation wird geöffnet und die im Spiel aufkommenden Gefühle und Empfindungen können reflektiert und in Sinnzusammenhänge gebracht werden. Bei der Mal- und Gestaltungstherapie begibt man sich auf eine Entdeckungsreise, in welcher sich das innere Gefühlsleben auf Papier bringen lässt. Es ist nicht wichtig, dass dabei ein «Kunstwerk» entsteht, sondern vielmehr in welcher Art und Weise die Farben kombiniert und dargestellt werden. Verdrängte und verborgene Gefühle können dadurch möglicherweise neu angeschaut und durchlebt werden. Auch tiergestützte Therapien fördern den Kontakt- und die Kommunikationsfreudigkeit. Welche Therapie am meisten anschlägt, kommt auf die Präferenzen und Persönlichkeit des Menschen an.

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Durch kunsttherapeutische Methoden können Menschen ihr Selbst durch eine andere Art und Weise neu entdecken und kennenlernen. (Foto: Unsplash)

Entspannung

Zur Entspannung gibt es eine Bandbreite an Angeboten und Möglichkeiten. Nebst Entspannungs- und Fussreflexzonenmassage, können auch etwas aktivere Tätigkeiten wie Yoga oder die progressive Muskelrelaxation zu mehr Entspannung führen. Durch Bäder, Düfte, Öle und Salze können dem Körper gutes getan werden. Die sogenannte Wickeltherapie ist Teil der Wassertherapie und Kräuterheilkunde. Dabei wird ein Körperteil zirkulär eingewickelt, wobei das innerste Tuch mit einer Wickellösung getränkt wurde und seine spezifische Wirkung ausübt.

Traditionelle Chinesische Medizin

Die traditionelle chinesische Medizin eröffnet eine weitere Welt voller Möglichkeiten sein Wohlbefinden durch nicht-medikamentöse Eingriffe zu steigern. Darunter zählen Akupunktur, die chinesische Heilkräutertherapie, Tuina, Qi Gong, Ernährungslehre oder das Schröpfen und vieles mehr. Die Schulmedizin versteht Krankheiten meist organspezifisch, welches lokal behandelt werden kann. Doch gerade Krankheitsbilder wie Angststörungen, Burnouts und Depressionen sind ein ganzheitliches Problem. Der Körper sollte also als Grosses und Ganzes verstanden und wieder in Harmonie gebracht werden. Die chinesische Medizin gilt längst auch in der westlichen Welt als wirksame Therapieform und führt zu belegter wissenschaftlicher Verbesserung des Körpers, Geistes und Seele. Die Akupunktur ist die wohl bekannteste Heilmethode und wird bei zahlreichen Krankheitsbildern eingesetzt. In der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) geht man davon aus, dass eine Lebensenergie namens Qi durch Energiebahnen, sogenannte Meridiane, in unserem Körper fliesst. Ist diese im Ungleichgewicht kommt es zu Beschwerden, Schmerzen und Krankheiten. Durch die Akupunktur werden die Energiebahnen stimuliert und dadurch wieder ins Gleichgewicht gebracht. 

Komplementäre Therapie

Zu komplementären Therapien zählen unter anderem: Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie, medizinische Massagen, Craniosacraltherapie oder Logosynthese. Durch die mechanischen Impulse der Therapeuten wird die Eigenregulierung des Körpers angeregt.

Weitere Therapieformen – Depression

Speziell für Depressionen werden neuartige Therapieformen angeboten, welche sich jedoch in Wirkung und Nutzen unterscheiden. Eine Form ist der Schlafentzug. Er wird mittlerweile in vielen Kliniken angeboten. Die Betroffenen bleiben entweder in der der zweiten Nachthälfte ab 1 Uhr oder die ganze Nacht wach. Da die therapeutische Wirkung zunächst nur flüchtig ist, muss der Vorgang über mehrere Wochen etwa alle zwei bis drei Nächte wiederholt werden.  Ca. 60 Prozent aller Behandelten sprechen gut auf die Methode an. Besonders diejenigen, bei denen die Depressionen tageszeitabhängig sind und ein Morgentief oder Abendhoch erfahren. Der Schlafentzug ist jedoch noch nicht ausgiebig erforscht. Forscher vermuten, dass durch den Entzug schlaffördernde Mechanismen gestärkt und innerer Stress und Wachheit geschwächt werden.

Die sogenannte Elektrokrampftherapie wird bereits seit 70 Jahren angewendet. Wie und warum sie genau wirkt, ist bis heute ungeklärt. Bei sehr schweren Depressionen ist sie eine der wirksamsten Methoden. Unter Narkose wird ein epileptischer Anfall ausgelöst. Bei 50-70 Prozent der Betroffenen verbessern sich die Symptome, welche nach einigen Monaten jedoch oftmals wieder zurückkommen. Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses oder selten gar des Langzeitgedächtnisses.

Bei der Lichttherapie werden Peronen mit künstlichem Licht bestrahlt, wobei schädliche UV-Strahlen herausgefiltert werden. Sie ist deutlich stärker als eine herkömmliche Zimmerlampe, kommt aber niemals an den Wert der Sonne heran. Menschen, die jahreszeitbedingte Depressionen haben, profitieren besonders davon. Je nach Beleuchtungsstärke sollten die Betroffenen eine halbe Stunde bis zwei direkt in das Licht schauen. Da die Wirkung jedoch schnell wieder abflacht, sollte dieser Vorgang die gesamte Winterzeit über gemacht werden.