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Osteoporose: die Knochenbrüchigkeit im Alter

Osteoporose ist nicht nur eine altersbedingte Krankheit, sondern kann auch in jungem Alter auftreten. Ernährung und Sport sind wichtige Faktoren für die Gesundheit der Knochen.

Der Oberkörper einer Figur des Menschen. Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. (unsplash)

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. Die Rheumaliga geht von rund 520'000 Betroffenen in der Schweiz aus. Ein Grossteil der Betroffenen sind Frauen. Die gute Nachricht: Eine wirksame Prävention ist möglich.

Die Osteoporose ist eine heimtückische Krankheit, denn sie schreitet jahrelang still, symptom- und schmerzlos voran. Betroffene werden sich ihrer Erkrankung oft erst durch spontane Brüche, meist von Wirbelkörpern oder des Oberschenkelhalses, schmerzhaft bewusst.

Stetiger Knochenabbau – still und leise ...

Dabei beginnt der Knochenabbau schon ab dem 30. Lebensjahr. Er beträgt circa ein Prozent pro Jahr. Die Auswirkungen der Osteoporose sind in der Schweiz erheblich. Osteoporosebedingte Frakturen führen jedes Jahr zu vielen Hospitalisierungen und gehören zu den wichtigsten Folgen der Erkrankung. Typisch sind Wirbelkörper-, Oberarm-, Unterarm- und Oberschenkelhalsbrüche. Das zeigt: Osteoporose ist nicht nur ein Problem des Alters, sondern eine häufige und ernst zu nehmende Erkrankung mit grossen medizinischen und gesellschaftlichen Folgen.

Die wichtigsten Risikofaktoren

Wann sollte man an ein erhöhtes Osteoporose-Bruchrisiko denken? Neben dem Alter spielt vor allem die familiäre Vorbelastung eine Rolle. Auch Untergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor: Wer deutlich an Gewicht verliert, verliert oft nicht nur Fett, sondern auch Knochenmasse. Zusätzlich können bestimmte Medikamente, Krankheiten, Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum das Risiko weiter erhöhen.

Laut Rheumaliga besteht ab dem 50. Lebensjahr in der Schweiz eine 51-prozentige Wahrscheinlichkeit für Frauen und eine zwanzigprozentige für Männer, aufgrund von Osteoporose einen Knochenbruch zu erleiden.

Schlüsselrolle von Kalzium und Vitamin D

Doch es gibt auch gute News: Mit dem richtigen Lebensstil und der geeigneten Ernährung kann man einem beschleunigten Knochenabbau entgegenwirken. Eine zentrale Rolle beim Knochenaufbau spielen Kalzium und Vitamin D. Rund 1.5 Kilogramm des essenziellen Mineralstoffs Kalzium trägt jeder von uns in seinem Körper und zwar zu 99 Prozent in den Knochen, denen das Kalzium ihre Härte und Belastbarkeit verleiht.

Der Knochen ist auch das Speicherorgan für Kalzium. Ein Prozent des Minerals erfüllt wichtige Aufgaben in unserem Blut, beispielsweise bei der Muskel- und Nervenfunktion, sowie bei der Blutgerinnung. Um den Spiegel an Kalzium im Blut konstant zu halten, wird das Kalzium bei Bedarf aus dem Knochen herausgelöst. Das Vitamin D fungiert in unserem Körper als wichtiger Partner von Kalzium: Es erhöht die Kalziumaufnahme über den Darm und vermindert gleichzeitig die Ausscheidung des wertvollen Minerals über die Nieren. Damit fördert Vitamin D bei genügend hohem Kalziumgehalt im Blut den Einbau von Kalzium in die Knochen.

Der Tagesbedarf an Kalzium – immerhin 1000-1200 Milligramm – stecken in diesen Mengen Lebensmitteln:

  • 0.8 Liter Milch oder Joghurt
  • 83 Gramm Parmesankäse
  • 250 Gramm Mozzarella
  • 1.1 Kilogramm Speisequark
  • 24 Eier
  • 4 Kilogramm Nudeln
  • 1.6 Kilogramm Brokkoli
  • 500 Gramm Sojabohnen
  • 1.9 Kilogramm Erbsen
  • 1 Kilogramm grüne Oliven
  • 300 Gramm Ölsardinen
  • 1.1 Kilogramm Crevetten
  • 2 Liter Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt
Die Beine von jemandem, der die Treppe hinaufgeht Nur wer sich genügend bewegt, bleibt am Ende verschont. (unsplash)

Aktive Menschen haben nachweislich robustere Knochen

Eine zentrale Rolle bei der Osteoporose-Prävention spielt Bewegung – neben der ausreichenden Zufuhr von Kalzium und Vitamin D, denn aktive, sportliche Menschen haben generell stärkere, widerstandsfähigere Knochen. Zwar ist es leider so, dass man einen Hormonmangel (zum Beispiel aufgrund der Wechseljahre) nicht durch verstärkte körperliche Aktivität oder mehr Kalzium korrigieren kann. Es ist aber möglich, damit den Alterungsprozess erheblich zu verlangsamen. Denn: Ein Knochen, der regelmässig belastet wird, versucht, sich der höheren Belastung anzupassen – auch im fortgeschrittenen Alter. Dadurch bleibt er länger stabil. Dazu kommt, dass aktive ältere Menschen viel beweglicher und kräftiger sind. Sie stürzen seltener und wenn sie stürzen, schützt die aufgebaute (und durch die Bewegung erhaltene) Muskelmasse, dass nicht gleich etwas bricht.

Bewegung in den Alltag mit einbauen!

Jogging, Tanzen und Aerobic sind ideal, aber auch Nordic-Walking und Wandern haben einen positiven Effekt. Beim Schwimmen und Radfahren werden die Knochen dagegen zu wenig beansprucht, um eine relevant stabilisierende Wirkung zu erzielen. Auch einzeln angestrengte Kraftakte im Alltag bringen nichts. Viel wichtiger ist der Einbau von Bewegung im Tagesverlauf. Beispielsweise kann man es sich zur Gewohnheit machen, immer bis in den zweiten Stock die Treppe zu nehmen und erst dann den Lift. Oder man geht zu Fuss einkaufen. Wenn es sehr weit ist, kann man ja zwei Tramstationen vorher aussteigen und ein paar Schritte bis zum Geschäft gehen. Das ist nicht nur gut gegen Osteoporose, sondern auch ein ausgezeichnetes Training für Herz und Kreislauf.

Mit Sport gegen Osteoporose

  • 1

    Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre:

    Spielsportarten wie Fussball oder Tennis, Leichtathletik, Skifahren, Schlittschuhlaufen et cetera

  • 2

    Junge Erwachsene bis 35 Jahre:

    Fitnesstraining, Aerobic, Ausdauersportarten wie Jogging, Langlauf, Spielsportarten, Klettern und so weiter

  • 3

    Mittlere Altersgruppe bis 50 Jahre:

    Fitnesstraining, kraftbetonte Gymnastik, Rückenschule, Jogging, Walking, Wandern, Tennis, Golf und andere

  • 4

    Ältere und alte Menschen:

    Fitnesstraining, kraftbetonte Gymnastik und Rückenschule unter Anleitung, Ausdauersportarten wie Jogging, Nordic-Walking und Wandern, Tennis, Golf, dem Alter angepasste Spielsportarten wie Volleyball oder Prellball, Fitnesstraining für Seniorinnen und Senioren, einschliesslich Fallübungen.


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