Frau in Sportkleidern im Wald bei Sonnenuntergang. | © Pixabay

«Vieles kann man auch mit MS noch tun»: Ein kurzer aber intensiver Peer-Austausch

Der 10. März wird Susanna lange in Erinnerung bleiben. An diesem Tag bestätigten Mediziner*innen des Universitätsspitals, was ihr Hausarzt bereits vermutete: Multiple Sklerose. Auf eigene Faust suchte die Betroffene im Internet nach Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen. Dabei stiess sie auf unsere Helferin Alexandra.

Angefangen hat alles mit einem Sturz. Eine Gangstörung durch eine proximal-betonte Parese des linken Beines war die Folge. Heisst: Susannas Bein war mittig gelähmt. Musiktherapie hat geholfen, doch vermuteten Expert*innen Schlimmes. Nach einer Lumbalpunktion, bei der Hirnwasser entnommen und getestet wird, stellten Ärzt*innen die Diagnose Multiple Sklerose (mehr über die Diagnose von MS). Ihr Hausarzt hatte das schon vorher vermutet, finale Untersuchungen wurden im Unispital Basel vorgenommen. «Meine drei Kinder erhielten vom Arzt viele Informationen über die Krankheit», sagt Susanna. So wurde der Familie erklärt, dass es sich um die sogenannte sekundär progrediente MS handelt. Diese Form der chronisch-entzündlichen Krankheit zeichnet sich durch eine schleichende Verschlechterung neurologischer Symptome ohne das Auftreten von Schüben aus. Rund zehn bis fünfzehn Prozent aller an MS-Erkrankten leiden unter dieser Verlaufsform. 

Dank Peer-Austausch zu einem besseren Umgang mit schwierigen Situationen

Das Bild zeigt eine Frau, die gestützt von ihrem Rollator geht. Der Boden ist grau, die Frau trägt elegante Schuhe. | © Pixabay/ Filmbetrachter

Zweimal täglich absolviert Susanna mit ihrem Rollator Gehtraining. (Foto: Pixabay/Filmbetrachter)

Susanna fühlte sich durch die Ärzt*innen stets gut informiert. Doch hatte man ihr auch gesagt, dass MS eine facettenreiche Krankheit ist. Neugierig, wie andere Menschen mit einer solchen Diagnose umgegangen sind, recherchierte sie im Internet nach Kontaktmöglichkeiten zu Betroffenen. Schnell stiess Susanna auf EnableMe und das Peer-Programm «Zweite Hilfe». Danach war alles ganz einfach: «Eine passende Person für einen Austausch wurde von Herrn Pascal Baumann gefunden.» Der Projektleiter vermittelte Alexandra als Helferin. Sie leidet selber an MS, war also die richtige Person für diese wichtige Aufgabe. Den Kontakt zu Alexandra beschreibt Susanna auf den Punkt als «kurz aber gut». Die beiden Frauen unterhielten sich unter anderem darüber, dass trotz MS ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. So macht sie täglich Gleichgewichts- respektive Laufübungen. Und Alexandra geht mit ihrem Hund spazieren, was ihr Susanna von Herzen gönnt. «Ich denke, wenn man eine solche Diagnose erhält, kann man gewisse Dinge mehr geniessen, sich über Kleinigkeiten freuen. Ich bin zum Beispiel sehr dankbar, dass ich noch vieles selber tun kann. Über die Hilfe, die ich bekommen habe, bin ich ebenfalls froh.» 

Weitere Informationen zum Peer-Programm «Zweite Hilfe»

Mit unserem Peer-Programm «Zweite Hilfe» bieten wir Unterstützung von Selbstbetroffenen. Unsere freiwilligen Helfer*innen unterstützen Hilfesuchende dabei wieder Orientierung im Leben zu finden und neuen Mut zu fassen.