Drei Kinder liegen auf einer Wiese. | © Unsplash

Erziehung nach einer Trennung

Sie und der andere Elternteil Ihres Kindes leben getrennt. Das kann vielschichtige und tieferliegende Gründe haben. Eine Trennung ist immer ein einschneidendes Ereignis im Leben der Menschen, vor allem dann, wenn das Paar sich für Kinder entschieden hat und die Erziehung nach einer Trennung in der Zukunft noch einige Fragen aufwirft.

Wie gehe ich sicher, dass beide Elternteile in der Erziehung nach einer Trennung präsent sind?

Nehmen Sie sich Zeit für dieses Thema und besprechen das Organisatorische mit dem anderen Elternteil. Die Sicherheit, dass Sie beide in der Erziehung des Kindes präsent sind, erlangen Sie, indem Sie sich einig sind, dass beide Elternteile in möglichst gleichen Teilen ihren Platz im Leben Ihres Kindes einnehmen dürfen. Das bedeutet, dass Sie alles Notwendige unternehmen, damit die Beziehung Ihres Kindes zu beiden Elternteilen unbeschwert fortgeführt werden kann. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind seine Mutter und sein Vater nach einer Trennung gleich lieb haben und achten darf. Das ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Ihre eigene Haltung Ihrem oder Ihrer Ex-Partner:in gegenüber strahlt auf Ihr Kind ab. Sie haben die Entwicklung einer liebevollen und förderlichen Erziehung nach einer Trennung somit überwiegend in Ihren Händen. 

Digitale Begleitstelle: Hilfe für Eltern von Kindern mit Behinderungen

Als Eltern eines Kindes mit Behinderungen haben Sie im Alltag viele zusätzliche Herausforderungen zu meistern. Hier finden Sie Hilfe in jeder Lebensphase Ihres Kindes – mittels Informationen sowie Austauschmöglichkeiten im Forum.

Zur Begleitstelle für Eltern 

Eltern sitzen mit ihrer kleiner Tochter und einem Laptop auf den Knien auf dem Sofa und informieren sich. | © Pexels / Kampus Production

Ist Ihnen eine positive Haltung von gegenseitigem Respekt gelungen, ist eine wichtige Grundlage geschaffen für ein tragbares zwischenmenschliches Miteinander. Für die Präsenz von Mutter und Vater in der Erziehung zu sorgen, lässt sich durch gemeinsame Absprachen im Alltag beziehungsweise vor wichtigen Entscheidungen regeln. Kinder spüren genau, wenn sie wegen unterschiedlicher Auffassungen im Umgang mit bestimmten Themen ständig hin und her gerissen werden. Es stresst Sie und Ihre Kinder unnötig im Alltag. Durch konstruktive Gespräche können Meinungsverschiedenheiten angeschaut und gemeinsame Interessen herausgefiltert einer Lösung zugeführt werden. Beispielsweise wünscht der eine Elternteil, dass das Kind im Teenageralter allein mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine stundenlange Strecke bis zu seinem Ferienort zurücklege, um das umständliche Abholen des Kindes von zu Hause zu vermeiden. Der andere Elternteil kann sich damit nicht einverstanden erklären, da die Aufsichtspflicht bei Minderjährigen in jedem Fall an vorderster Stelle stehen sollte. Dies wurde so entsprechend kommuniziert. Schlussendlich wurden die Eltern darüber einig, dass das Kind von zu Hause abgeholt wird, um die Ferienzeit mit dem einen Elternteil gemeinsam zu verbringen. 

Ziel sollte stets sein, sich auf einen gemeinsamen Nenner zum Wohl des Kindes zu einigen. Dem Kind gegenüber klare Strukturen vorzugeben, erleichtert Ihnen und dem Kind den Familienalltag. Kinder brauchen Grenzen und gerade auf dem Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen, damit sie sich später in der Gesellschaft, ob privat oder beruflich, besser zurechtfinden und einordnen können. Mit manchen Entscheidungen sind Kinder schlicht und einfach überfordert, dafür sollten Sie ein gewisses Gespür entwickeln. Oder anders ausgedrückt, ich kann meinem Kind unmöglich eine Entscheidung aufbürden, weil ich mich mit dem anderen Elternteil nicht einigen kann. Auch wenn es meist emotional eine starke Herausforderung sein kann, sich auf einer sachlichen Ebene über anstehende Themen in der Erziehung mit dem oder der ehemaligen Partner:in zu einigen, lohnt sich der Aufwand in jedem Fall. In sehr komplexen Situationen kann eine Familienmediation hilfreich sein. 

Zwei Personen halten jeweils eine Kaffetasse. | © Unsplash

Die Erziehung nach einer Trennung gelingt am besten, wenn Sie eine gemeinsame Absprache mit dem anderen Elternteil arrangieren und treffen können. (Foto: Unsplash)

Wie kann ich mit dem anderen Elternteil erreichen, dass der Aufwand bei der Erziehung nach einer Trennung fair aufgeteilt ist?

Besprechen Sie Ihr Anliegen mit dem anderen Elternteil in der Weise, dass es Ihnen insbesondere um Fairness bei der Aufteilung in der Erziehung nach einer Trennung geht. Sie sind unter Umständen auch beruflich eingespannt und hier ist der andere Teil gefordert, die Betreuung insofern durch sinnvoll aufgeteilte Betreuungszeiten sicherzustellen. 

Auch der andere Elternteil hat einmal Anliegen oder Situationen, in denen die Betreuung Ihres Kindes nicht so leicht zu organisieren ist. Erklären Sie, dass das konstruktive Miteinander für beide Seiten Vorteile hat. Kinder spüren, ob ungeklärte Fragen zu Spannungen führen. 
Falls ein Elternteil sich schwer tut mit der fairen Verteilung der Betreuungszeiten, erreichen Sie mit guter Argumentation mehr, als dass sich die Fronten erst verhärten. Im Grunde tragen Sie die Lösung für ein Problem bereits in sich, oft stimmen auch bei unterschiedlichen Meinungen dennoch die Grundinteressen überein. Ob Mutter oder Vater, beide wollen Zeit und liebevollen Umgang mit Ihrem Kind, damit es sich gut entwickeln kann. Trauen Sie sich, offen Themen anzusprechen und einigen Sie sich zum Wohl Ihres Kindes. 

Zwei Väter führen ein entspanntes Gespräch an einem Seeufer. | © Unsplash

Besprechen Sie Ihr Anliegen mit dem anderen Elternteil in der Weise, dass es Ihnen insbesondere um Fairness bei der Aufteilung in der Erziehung nach einer Trennung geht. (Foto: Unsplash)

Meinem Kind die neue Partnerin oder den neuen Partner vorstellen

«Lernen Sie jemanden neues kennen, ist es wichtig, dass Sie diese Person sehr sorgfältig Ihrem Kind vorstellen und zwar an einem neutralen Ort und nicht in Ihrer eigenen Wohnung.»
Frau Dr. med. Ursula Davatz, FMH Psychiatrie und Psychotherapie sowie Familiensystemtherapeutin nach Murray Bowen

Frau Dr. med. U. Davatz, FMH Psychiatrie und Psychotherapie sowie Familiensystemtherapeutin nach Murray Bowen, berichtet, dass Sie Ihrem Kind zuliebe für eine langsame Gewöhnung an die neue Partnerin beziehungsweise den neuen Partner sorgen sollten. Das bedeutet konkret, dass Sie als Elternteil darauf achten sollten, Ihr Kind nicht zu überfordern. Die neue Partnerin beziehungsweise der neue Partner darf dabei nicht die Rolle des leiblichen Elternteils übernehmen.

Weitere Informationen finden Sie hier:


Dieser Artikel richtet sich an Eltern von Kindern mit Behinderungen und ist Teil der digitalen Begleitstelle. Haben Sie ergänzende Bemerkungen? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung per Mail an info@enableme.ch.


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