Spastik: Symptome und Ursachen

Bei einer spastischen Lähmung handelt es sich um eine unkontrollierte Zunahme der Muskelspannung, wodurch sich die Muskeln der Betroffenen unkoordiniert verkrampfen und dauerhaft versteifen. Dies schränkt vor allem die Beweglichkeit ein, kann aber auch schmerzhaft sein oder Sprech- und Schluckmuskeln beeinflussen. Die Ursache für eine spastische Lähmung ist eine Schädigung im zentralen Nervensystem, wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall.

Die häufigste Ursache für eine spastische Lähmung ist ein Hirninfarkt, der bereits während der Geburt auftreten kann, wenn das Kind über die Nabelschnur nicht genügend versorgt wird. Schädigungen können auch vor der Geburt auftreten, wenn es zu einer Unterversorgung oder eine Infektionskrankheit der Mutter während der Schwangerschaft kommt. Eine Spastik kann aber auch durch einen Tumor oder einen Unfall, ein Schädel-Hirn-Trauma, ausgelöst werden, wodurch zuständigen Areale im zentralen Nervensystem nicht mehr richtig funktionieren. Des Weiteren können auch Multiple Sklerose, Rückenmark- oder Hirnentzündungen sowie Hirnblutungen zu Spasmen führen.

Spastik: was ist das?

Bei einer Spastik kommt es zu einer Verkrampfung der Muskeln. Normalerweise arbeiten unsere Muskeln im Einklang, sodass wir unseren Körper optimal und kontrolliert bewegen können. Bei Personen mit Spasmen ist dies für bestimmte Körperteile nicht mehr der Fall, da das Zusammenspiel der Muskeln gestört wird, was zu einer unkontrollierten Zunahme der Muskelspannungen führen kann. Spasmen treten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Da eine spastische Lähmung nicht heilbar ist und die Betroffenen dadurch dauerhaft im Alltag eingeschränkt sind, liegt eine chronische Erkrankung vor. Betroffene, die aufgrund einer Spastik dauerhaft und wesentlich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sind, können bei der zuständigen Sozialversicherung abklären, ob Anspruch auf eine IV-Rente besteht. 

Diagnose

Für die Diagnose einer Spastik wird die zu behandelnde Person zunächst körperlich untersucht und es werden neurologische Tests durchgeführt. Dabei werden insbesondere die Muskelsteifigkeit, das heisst der Schweregrad der spastischen Lähmung, und die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten für die betroffene Person bei alltäglichen Aktivitäten beurteilt. Muskeltonus, Muskelkraft, die Steifigkeit der Gelenke sowie, falls vorhanden, die Intensität der Schmerzen werden in der Untersuchung ermittelt. Der Facharzt, ein Neurologe, kann anhand dieser Informationen eine Diagnose stellen und weitere Therapiemassnahmen und Therapieziele mit Ihnen zusammen besprechen und planen. Michael, der seit 2005 mit einer Hemispastik in der linken Körperhälfte lebt, sagt dazu auf spastik-info.ch: «Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man direkt Fachleute kontaktiert, denn so kann man das Problem direkt angehen». Der Neurologe, die Neurologin untersucht in der Regel, inwieweit die Muskelfunktion durch den Spasmus und seine Begleitsymptome beeinträchtigt ist und wie sich dies auf Ihr tägliches Leben auswirkt. Es ist daher wichtig, dem ärztlichen Fachpersonal genau zu beschreiben, wie Sie sich in Ihren täglichen Tätigkeiten eingeschränkt fühlen. In der Expertensuche auf dieser Website spastik-info.ch können Sie direkt einen Experten bzw. Neurologen in Ihrer Region finden, der sich auf die Behandlung von Spasmen spezialisiert hat.

Symptome

Muskelspasmen äussern sich durch verschiedene Symptome: von leichten Muskelverspannungen bis hin zu dauerhaften Verkrampfungen, die eine vollständige Bewegungsunfähigkeit für die betroffene Körperteile bedeuten können. Spastische Lähmungen können für Spastik-Patienten auch schmerzhaft sein und sie können die Sprech- und Schluckmuskulatur beeinträchtigen (lesen Sie dazu auch mehr über Sialorrhoe) .  

Arten der Spastik

Nach dem Ausmass der Beeinträchtigung sind folgende Arten der Spastik zu unterscheiden: 

  • Monospastik: Ein Bein oder ein Arm ist betroffen. 
  • Paraspastik: Beide Beine oder Arme sind betroffen. 
  • Hemispastik: Arm und Bein einer Körperseite sind betroffen. 
  • Tetraspastik: Beide Beine und Arme sind betroffen. Je nach Ausprägung können auch Hals- und Rumpfmuskulatur betroffen sein. 

Therapie und Behandlung

Spasmen können mit Hilfe langfristiger Behandlungen gelindert werden. Wichtig bei der therapeutischen Behandlung einer spastischen Lähmung ist, dass ein möglichst breiter Therapieansatz gewählt wird. Folgende Ansätze können dabei gewählt werden:

  • Physiotherapie 
  • Ergotherapie
  • Pharmakotherapie/Medikamente
  • Neuro-orthopädische oder neuro-chirurgische Operation

Hier finden Sie weitere Informationen zur Behandlung und Therapie von Spasmen.

Ärztliche Fachpersonen sind da, um Ihnen zu helfen. Deshalb ist ein offener Austausch wichtig. Die Diagnose und Therapie von Spasmen sollte zwischen Fachpersonen aus der allgemeinen Medizin, Neurologie, Physiotherapie und allenfalls Logopädie abgestimmt werden. Interessierte können sich auch näher über die neue Patientenwebsite www.spastik-info.ch über die Spastik sowie die Diagnose, Therapien und Anlaufstellen informieren. Des Weiteren hilft sie Betroffenen dabei, Spastik-Spezialisten in ihrer Umgebung zu finden.

Mit freundlicher Unterstützung der Merz Pharma (Schweiz) AG

Fehler gefunden? Jetzt melden.

Haben Sie eine Frage an die Community?