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Spastik: Symptome und Ursachen

Bei einer spastischen Lähmung handelt es sich um eine unkontrollierte Zunahme der Muskelspannung, wodurch sich die Muskeln der Betroffenen unkoordiniert verkrampfen und dauerhaft versteifen. Dies schränkt vor allem die Beweglichkeit ein, kann aber auch schmerzhaft sein oder Sprech- und Schluckmuskeln beeinflussen. Die Ursache für eine spastische Lähmung ist eine Schädigung im zentralen Nervensystem, wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall.

Eine Frau im Rollstuhl macht ein Klatschspiel mit einem Mädchen. Spastik: was ist das genau? (pexels)
  • Zusammenfassung
    • Eine Spastik ist eine dauerhafte Verkrampfung der Muskeln wegen einer Schädigung des zentralen Nervensystems.
    • Die Ursachen sind oft Hirnschädigungen durch Schlaganfälle, Unfälle oder Tumore.
    • Typische Anzeichen sind Muskelsteifigkeit, unkontrollierte Bewegungen, Schmerzen und Erschöpfung.

Die häufigste Ursache für eine spastische Lähmung ist ein Hirninfarkt, der bereits während der Geburt auftreten kann, wenn das Kind über die Nabelschnur nicht genügend versorgt wird. Schädigungen können auch vor der Geburt auftreten, wenn es zu einer Unterversorgung oder eine Infektionskrankheit der Mutter während der Schwangerschaft kommt. Eine Spastik kann aber auch durch einen Tumor oder einen Unfall, ein Schädel-Hirn-Trauma, ausgelöst werden, wodurch die zuständigen Areale im zentralen Nervensystem nicht mehr richtig funktionieren. Des Weiteren können auch Multiple Sklerose, Rückenmark- oder Hirnentzündungen sowie Hirnblutungen zu Spasmen führen.

Spastik: Definition

Während unsere Muskeln normalerweise im Einklang arbeiten, kommt es bei einer Spastik zu einer gestörten Feinabstimmung zwischen Muskelanspannung und -entspannung. Der Muskel wird von den Nerven dauerhaft in einen Erregungszustand versetzt. Dieser Zustand kann dabei von einem leicht erhöhten bis zur starken Muskelanspannung reichen. In jedem Fall können Menschen mit Spasmen den Muskel und damit ihre Bewegungen nicht mehr kontrollieren. Aufgrund dieser eingeschränkten Beweglichkeit spricht die Medizin auch von einer spastischen Lähmung oder einer spastischen Parese. 

Spasmen können sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, da eine spastische Lähmung nicht heilbar und die Betroffenen dauerhaft im Alltag eingeschränkt sind. Betroffene, die aufgrund einer Spastik dauerhaft und wesentlich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sind, können bei der zuständigen Sozialversicherung abklären, ob Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (IV) besteht.

Ursachen

Einer spastischen Lähmung liegt eine Schädigung des zentralen Nervensystems zugrunde, also des Gehirns oder Rückenmarks. Dadurch können die Bereiche die Bewegungen steuern, nicht mehr richtig funktionieren. Eine Spastik kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig entsteht sie infolge einer Schädigung des Gehirns, wie durch einen Schlaganfall. Solche Schädigungen können bereits vor, während oder kurz nach der Geburt auftreten, etwa durch eine Unterversorgung oder Infektion der Mutter während der Schwangerschaft.

Neben dieser frühkindlichen Hirnschädigung kann eine Spastik auftreten, bei:

Symptome von Spastik

Der Schweregrad und das Ausmass einer Spastik sind davon abhängig, wie stark das Gehirn oder das Rückenmark geschädigt ist. Muskelspasmen äussern sich deshalb durch verschiedene Symptome: von leichten Muskelverspannungen bis hin zu dauerhaften Verkrampfungen, die eine vollständige Bewegungsunfähigkeit für die betroffenen Körperteile bedeuten können. 

Weitere Symptome sind:

  • gestörte Bewegungssteuerungen
  • unkontrollierte Muskelbewegungen

  • schlaffe Lähmungen (insbesondere nach einem Schlaganfall)

  • Erschöpfung, Kraftlosigkeit

  • Sensitivitätsstörungen (zum Beispiel Kribbeln, Taubheit oder eine gestörte Schmerzwahrnehmung)

Spastische Lähmungen können für Betroffene ausserdem schmerzhaft sein und die Sprech- und Schluckmuskulatur beeinträchtigen (lesen Sie dazu auch mehr über Sialorrhoe).

Arten der Spastik und Erscheinungsformen

Nach dem Ausmass der Beeinträchtigung sind folgende Arten der Spastik zu unterscheiden: 

  • Monospastik: Ein Bein oder ein Arm ist betroffen. 
  • Paraspastik: Beide Beine oder Arme sind betroffen. 
  • Hemispastik: Bein und Arm einer Körperseite sind betroffen. 
  • Tetraspastik: Beide Beine und Arme sind betroffen. Je nach Ausprägung können auch Hals- und Rumpfmuskulatur betroffen sein.

Dies sind mögliche Erscheinungsformen betroffener Arme und Hände:

  • gebeugter Ellbogen

  • gebeugtes Handgelenk

  • eng angezogene Schultern

  • zur Faust geballte Hand

  • einwärts gedrehter Unterarm

  • Daumen-in-Hand-Stellung

Dies sind mögliche Erscheinungsformen betroffener Beine und Füsse:

  • Hüft- und Kniebeugung

  • Hüft- und Kniestreckung

  • überstreckte Grosszehe oder gebeugte Zehen

  • spastischer Klump- oder Spitzfuss

Diagnose

Zur Diagnose einer Spastik wird der/die Betroffene körperlich untersucht, sowie neurologischen Tests unterzogen. Dabei werden insbesondere die Muskelsteifigkeit, das heisst der Schweregrad der spastischen Lähmung und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten beurteilt. Zudem werden in der Untersuchung Muskeltonus, Muskelkraft, Gelenksteifigkeit und - falls vorhanden - die Schmerzintensität erfasst. Der Neurologe/die Neurologin kann anhand dieser Informationen eine Diagnose stellen und zusammen mit dem Patienten oder der Patientin weitere Therapiemassnahmen und Therapieziele besprechen und planen.

Michael, der seit 2005 mit einer Hemispastik in der linken Körperhälfte lebt, sagt dazu auf spastik-info.ch: «Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man direkt Fachleute kontaktiert, denn so kann man das Problem direkt angehen». Der Neurologe/die Neurologin untersucht in der Regel, inwieweit die Muskelfunktion durch den Spasmus und seine Begleitsymptome beeinträchtigt ist und wie sich dies auf das tägliche Leben auswirkt. Es ist daher wichtig, dass Betroffene dem Facharzt/der Fachärztin genau beschreiben, wie sie sich bei welchen Tätigkeiten eingeschränkt fühlen.

In der Expertensuche auf spastik-info.ch können regionale Fachpersonen beziehungsweise Neurologen/Neurologinnen gefunden werden, die sich auf die Behandlung von Spasmen spezialisiert haben.

Alltag mit Spastik

Je nach Schweregrad der spastischen Lähmung stehen betroffene Menschen vor unterschiedlichen Herausforderungen im Alltag. Bei einer Spastik im Bein kann die betroffene Person zum Beispiel Schwierigkeiten beim Gehen haben und auf Hilfsmittel wie Gehhilfen, Rollator oder Rollstuhl angewiesen sein.

Eine Spastik in Armen und Händen kann die Grobmotorik einschränken und alltägliche Tätigkeiten wie Anziehen, Waschen, Essen oder Trinken erschweren. In diesen Fällen können Assistenzleistungen Betroffene unterstützen, ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen.

Therapie und Behandlung

Spasmen können mithilfe langfristiger Behandlungen gelindert werden. Dafür sollte ein möglichst breiter Therapieansatz gewählt werden. Folgende therapeutische Massnahmen gibt es:

  • Physiotherapie 
  • Ergotherapie
  • Pharmakotherapie/Medikamente
  • Neuro-orthopädische oder neuro-chirurgische Operation

Hier finden Sie weitere Informationen zur Behandlung und Therapie von Spasmen.

Ärztliche Fachpersonen sind da, um zu helfen. Deshalb ist ein offener Austausch wichtig. Die Diagnose und Therapie von Spasmen sollte zwischen Fachpersonen aus der allgemeinen Medizin, Neurologie, Physiotherapie und allenfalls Logopädie abgestimmt werden.

Interessierte können sich auch näher über die neue Patientenwebsite www.spastik-info.ch über die Spastik sowie die Diagnose, Therapien und Anlaufstellen informieren. Des Weiteren finden Betroffene hier Spastik-Spezialisten in ihrer Umgebung.


Mit freundlicher Unterstützung der Merz Pharma (Schweiz) AG.



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