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Spastische Lähmung – wie geht es weiter?

Wenn das Zentrale Nervensystem gestört oder erkrankt ist, tritt die spastische Lähmung als Symptom auf. Es gibt einige Ansätze, um dieser Lähmung entgegenzuwirken. Was verbirgt sich hinter diesen Möglichkeiten und welchen Einfluss hat es auf den Arbeitsalltag?

Behandlung und Therapie 

Die spastische Lähmung ist nicht heilbar. Daher ist das Ziel der Therapie, die Folgeschäden zu vermindern und eine Besserung zu erzielen. Durch eine Spastik kann es unter anderem zur Verkürzung von Muskeln kommen. Zudem haben Betroffene oft Haltungsschäden und Fehlstellungen der Gelenke, die bis zur Deformation von Gelenken reichen können. Aufgrund der Fehlbelastung kommt es zu einem schnelleren Verschleiss von Gelenken. Auch Probleme mit der Lunge, aufgrund einer ausgeprägten Skoliose (häufige Folge einer einseitig betonten Spastik) und Druckgeschwüre durch mangelnde Bewegung, können auftreten. 

Um eine Besserung zu erzielen sind Menschen mit einer spastischen Lähmung auf eine intensive Physiotherapie angewiesen. Dabei wird versucht, die Gelenke zu mobilisieren und zu bewegen. Ausserdem werden verkürzte Muskeln gedehnt und durch gezielte Kräftigungsübungen zu einer Balance zwischen der betroffenen und weniger betroffenen Extremitäten beigetragen. Dadurch werden einerseits vorhandene Muskeln gestärkt, andererseits Haltungsschäden und Fehlbelastungen bestmöglich gemildert. 

Welche Form der Therapie angezeigt ist, muss im Einzelfall vom behandelnden Arzt und dem betreuenden Physiotherapeuten bestimmt werden. Gerade bei einer Schädigung des zentralen Nervensystems kommt häufig Krankengymnastik nach Bobath in Betracht. Möglich sind zum Beispiel auch die manuelle Therapie oder Krankengymnastik an Geräten. Je nach Ausprägung der Spastik wird auch Bewegungstherapie im Wasser eingesetzt, da Betroffene sich hier häufig leichter fortbewegen können (geringerer Kraftwiderstand). 

Bei ausgeprägten Spasmen werden ergänzend zur Physiotherapie auch Medikamente eingesetzt. Durch Muskelrelaxanzien wird eine Entspannung der Skelettmuskulatur bewirkt. Jedoch sollten Betroffene sich über die Nebenwirkungen (z.B. Müdigkeit) des Präparats informieren und prüfen, inwieweit sie durch die Medikamente im Alltag eingeschränkt sind – etwa, wenn sie am Strassenverkehr teilnehmen oder eine Maschine bedienen möchten. 

In der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Spastik wird auch Botulinumtoxin – besser bekannt als Botox – eingesetzt. Durch die Injektion des Nervengiftes in stark verdünnter Form wird die Reizweiterleitung von den Nervenfasern auf die Muskeln gehemmt. Für den Zeitraum von drei bis sechs Monaten lassen die Verspannungen deutlich nach. In Kombination mit einer intensiven Physiotherapie lassen sich so deutliche Behandlungserfolge erzielen. Botox kann langfristig eingesetzt werden. Allerdings ist noch nicht vollständig erforscht, nach welcher Zeit die Wirkung dauerhaft abnimmt, da der Körper Resistenzen gegen den Wirkstoff bildet. 

Rücken eines Mannes, während der Physiotherapie. | © unsplash

Physiotherapien sind immens wichtig, um vorhandene Muskeln zu stärken. (Foto: Unsplash)

IV-Anspruch 

Da eine spastische Lähmung nicht heilbar ist und der Betroffene dadurch dauerhaft im Alltag eingeschränkt ist, liegt eine chronische Erkrankung vor. Betroffene, die aufgrund einer Spastik dauerhaft und wesentlich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sind, können bei der zuständigen Sozialversicherung abklären, ob Anspruch auf IV-Rente besteht. 

Auch die Finanzierung benötigter Hilfsmittel soll in jedem Fall geprüft werden. Die Krankenkasse oder die Sozialversicherung sollten sich an den Kosten beteiligen.


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