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Parkinson – Therapiemöglichkeiten

Da die Ursache für den fortschreitenden Untergang von Nervenzellen im zentralen Nervensystem noch nicht gefunden ist, ist Morbus-Parkinson bis heute nicht heilbar. Bei der Therapie steht deshalb eine Symptombehandlung im Vordergrund.

Eine leere Strasse, die in den Wald führt. | © unsplash

Der Weg zur optimalen Therapie kann lange sein, lohnt sich aber. (unsplash)

Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, bei der Zellen, die für die Produktion des chemischen Stoffes Dopamin zuständig sind, absterben. Dieser Neurotransmitter (Botenstoff) ist erforderlich für die Kontrolle von Körperbewegungen. Der Mangel an Dopamin führt zu Symptomen wie Zittern, Schwierigkeiten beim Sprechen und Muskelsteifheit in Armen und Beinen. 

Symptomatische Behandlung

Da die Ursache von Parkinson weitgehend ungeklärt ist, kann die Erkrankung nicht ursächlich behandelt werden, sondern nur das Fortschreiten der Krankheit gebremst werden. Das Ziel der symptomatischen Behandlung ist die möglichst lange berufliche und private Selbstständigkeit, sowie der Erhalt der Lebensqualität. Behandelt werden auch Begleiterkrankungen wie Depressionen und Komplikationen. Häufig werden Antidepressiva, Schlafmittel und Medikamente zur Muskelentspannung angewendet. Gerade die psychologische Betreuung kann helfen, mit der Situation besser umzugehen und so eine körperliche und seelische Verbesserung des Wohlbefindens bei Parkinson zu erreichen. 

Medikamentöse Therapie

 Durch die Entwicklung neuer Medikamente ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Lebensqualität der Patienten in jeder Krankheitsphase stark zu verbessern.

Gerade in den ersten fünf bis zehn Jahren wirken die Medikamente sehr gut. In dieser – sogenannten «Honeymoon-Phase» – Zeitspanne lässt sich mit einer individuellen medikamentösen Parkinson-Therapie ein fast normales Leben mit nur geringen Beschwerden führen.

Wann mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden soll, müssen die Betroffenen und das ärztliche Fachpersonal zusammen abstimmen. Je früher die Krankheit jedoch erkannt wird, desto besser lassen sich Therapieansätze ausarbeiten. 

Bei der medikamentösen Therapie wird hauptsächlich ein Ausgleich des Mangels an Dopamin im Gehirn angestrebt. Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Parkinson eingesetzt werden. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen sind: 

  • Dopamin (beziehungsweise L-Dopa als Vorstufe) 
  • Dopamin-ähnliche Medikamente, die die Wirkung von Dopamin nachahmen (Dopamin-Agonisten) 
  • MAO-Hemmer oder COMT-Hemmer (Hemmung des Enzyms, das im Gehirn Dopamin abbaut) 
  • Anticholinergika 

Ergotherapeutische Behandlung 

Neben der medikamentösen Therapie lassen sich die Symptome von Parkinson auch durch regelmässige Physio- und /oder Ergotherapie behandeln. Die Angst vor Stürzen kann zu einer Verschlechterung der Muskeln und Immobilität führen. In der Ergotherapie werden diese Ängste behoben und die Sicherheit sowie das Selbstvertrauen der Betroffenen gestärkt. 

Parallel dazu wird nach körperlichen Tätigkeiten gesucht, die die Betroffenen nach der Therapie im Krankenhaus selbstständig zu Hause weiterführen können, wie zum Beispiel Schwimmen, Tanzen, Wandern, Heimtraining und Entspannungstechniken. Auch Logopädie, psychosoziale Betreuung, eventuell Ernährungsberatung und Hilfsmontagen in der Wohnung (Sitzduschen in der Badewanne, Halte- und Aufstehgriffe) können den Alltag mit Parkinson erleichtern. Dadurch kann es auch bis zu zwanzig Jahre oder länger dauern, bis die Symptome so stark sind, dass sie zu Einschränkungen oder einer Behinderung führen. 

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch und führen ein Gespräch. | © unsplash Gespräche können bei der Verarbeitung einer Diagnose helfen.

Wirkung der Parkinson-Medikamente lässt nach

Trotz der Medikamente schreitet der Zellschwund in der schwarzen Substanz aber weiter voran und irgendwann ist die Dopamin-Speicherung nicht mehr möglich. Auch die Wirkung der Medikamente lässt nach und sowohl die motorischen als auch die nicht-motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit nehmen zu. In dieser Phase der Krankheit ist die Medikamentenwirkung schwankend und unausgeglichen. 
 
In den meisten Fällen folgt nun eine Behandlung mit einer Kombination verschiedener Medikamente. Auch hier ist die individuelle Dosierung sehr wichtig. Jeder Betroffene reagiert anders auf bestimmte Medikamente. Die richtigen Substanzen zu finden, verlangt von den Patientinnen und Patienten viel Geduld. Durch diese ständig angepasste Kombinationstherapie können aber auch in einem späteren Verlauf die Symptome der Krankheit in hohem Masse unterdrückt werden. 
 
Bei einem Anteil von weniger als zehn Prozent aller Parkinson-Betroffenen sind die Möglichkeiten der oralen Medikation nach einem langjährigen Verlauf der Krankheit erschöpft. Dann gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten 

Doch auch chirurgisch kann die Parkinson-Krankheit nicht geheilt werden. Durch den Einsatz eines Impulsgenerators können die Symptome jedoch allenfalls gelindert werden. Dabei werden bestimmte Areale im Gehirn durch elektrische Impulse gereizt und dadurch vor allem die ungewollten, fahrigen Bewegungen der zu behandelnden Person günstig beeinflusst. Die Operation erfolgt in Lokalanästhesie, da die Mitarbeit der Erkrankten erforderlich ist. Dieser hoch spezialisierte Eingriff wird nur in wenigen Kliniken durchgeführt. 
 
In der Forschung werden zahlreiche verschiedene neue Behandlungsansätze untersucht, bei denen je nach Entwicklungsstand der Forschung Teilnehmende gesucht werden. Bei Interesse an solchen neuen – aber nicht vollständig gesicherten – Behandlungsmethoden kann man sich an Parkinson-Vereinigungen, das ärztliche Fachpersonal oder an Krankenhäuser wenden. Bisher verspricht aber keine Methode die vollständige Genesung von Parkinson. 


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