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Vor- und Nachteile eines inklusiven Kindergartens

Sie stehen vor der Entscheidung, einen Platz in einem geeigneten Kindergarten für Ihr Kind zu suchen und fragen sich nach den Vor- und Nachteilen eines inklusiven Kindergartens? Sie möchten für Ihr Kind einen geeigneten Platz finden, an dem es mit seiner Behinderungen wertvolle Entwicklungserfahrungen sammeln kann und spürt, es kann etwas bewirken, was sein Selbstwertgefühl stärkt.

Vorteil

Das Interview mit den betroffenen Eltern Fam. L. zeigt, dass das Personal in einem inklusiven Kindergarten in der Regel eine spezielle Ausbildung aufweist, um Ihrem Kind potentielle Fördermöglichkeiten zu bieten. Zudem kommt in inklusiven Kindergärten ein anderer Personalschlüssel zur Anwendung, welcher für das individuelle Eingehen auf Ihr Kind mehr Raum bieten sollte.

Nachteil

Einen Nachteil eines inklusiven Kindergartens kann lediglich eine mögliche Distanz zu Ihrem Wohnort und damit verbunden Anfahrtswege mit entsprechend erforderlichen Transfervarianten sein.

Die Inklusive Kinderbetreuung

Für Sie als Eltern von Kindern mit Behinderungen erweist sich die Suche nach einem Platz in einem inklusiven Kindergarten oder in einer Tagesfamilie oft als herausfordernd. So sind einerseits die Betreuungstarife für Sie höher, da die Anbieter*Innen den Mehraufwand für die Betreuung der Kinder mit besonderen Bedürfnissen und allfällige infrastrukturelle Anpassungen in der Tarifgestaltung berücksichtigen müssen. Andererseits fehlt den Betreuungspersonen für die Begleitung und Betreuung Ihres Kindes oftmals das nötige spezifische Fachwissen.

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In einem inklusiven Kindergarten kann auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Kindes eingegangen werden. (Foto: Unsplash)

Auf die Frage, was die Vorteile respektive Nachteile eines inklusiven Kindergartens sind, beschreibt Frau S. Bruder von der Heilpädagogischen Frühberatung Winterthur ihre Erfahrungen wie folgt:  
«Die Vor- beziehungsweise Nachteile eines inklusiven Kindergartens wird von Elternseite individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen. In einem inklusiven Setting lernen Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen miteinander und voneinander durch gegenseitiges Helfen beziehungsweise Nachahmen und machen so wichtige Lernerfahrungen. Gelingende Inklusion baut Berührungsängste ab und gewährleistet, dass auch Kinder mit Behinderungen teilhaben und partizipieren können.

Für Eltern und Kinder kann es jedoch anspruchsvoll sein, dass das «Anders-Sein» eben täglich sicht- und spürbar ist. Gerade wenn ein Kind ein stark herausforderndes Verhalten zeigt, Entwicklung stagniert oder langsamer verläuft als bei anderen Kindern, können diese Erfahrungen innerhalb eines inklusiven Kindergartens respektive häufige Auseinandersetzungen damit sehr schmerzhaft für Eltern und Kinder sein. Anders gesagt fühlen diese Kinder und ihre Eltern sich in der gefühlten Sonderrolle nicht gerade wohl. Aus diesem Grund wird häufig festgestellt, dass betroffene Eltern und Kinder sich in einer ‹geschützten› Umgebung eines separativen Kindergartens verstandener, sicherer und wohler fühlen.»