Hund auf einem Tisch neben einem Computer.

Mehr als «nur» ein Assistenzhund – Ein Freund fürs Leben

Assistenzhunde sind ständige Begleiter, die Menschen mit Beeinträchtigung helfen, den Alltag zu bewältigen. Dadurch gelangen diese zu mehr Selbstständigkeit und einem besseren Selbstwertgefühl.

Ein Assistenzhund entlastet mit seiner Arbeit die Angehörigen und das Pflegepersonal immens. In seiner Ausbildung erwirbt er Fähigkeiten, die den Behinderten weitgehend von fremder Hilfe unabhängig machen: 

  • Türen und Schubladen öffnen oder schliessen 
  • Beim An- und Auskleiden helfen 
  • Heruntergefallene Gegenstände vom Boden aufheben 
  • Das Telefon bringen 
  • Lichtschalter betätigen 
  • Waschmaschine ausräumen 
  • Hilfe holen und vieles mehr 

Kurz: Ein Assistenzhund ermöglicht mobilitätseingeschränkten Menschen eine nie gekannte Lebensqualität. Gleichzeitig ergeben sich durch den Assistenzhund soziale Möglichkeiten. Mitmenschen scheuen sich oft, auf Menschen mit Behinderungen zuzugehen. Der Hund schlägt eine Brücke zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen, Kontakt und Kommunikation werden gefördert. 

Der Weg zum Assistenzhund 

Die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde hat im 2012 mit der Integration von «Fides Assistenzhunde» die Ausbildung von Assistenzhunden aufgenommen. Nach einem persönlichen und ausführlichen Beratungs- und Abklärungsgespräch in der Schule in Allschwil erfolgt eine Abklärung am Wohnort der Klientschaft. Dabei erhalten Anwärterin bzw. Anwärter und die instruierende Person ein Gesamtbild über die gegenseitigen Möglichkeiten und Anforderungen. Verläuft die Abklärung positiv, erfolgt als nächster Schritt das 2-tägige Praktikum am Wohnort. Dabei wird die Kliendschaft von der Instruktorin bzw. Instruktor und ihrem/seinem Hund begleitet. 

Die praktischen Erfahrungen mit dem Hund geben der Anwärterin bzw. dem Anwärter eine konkrete Vorstellung über das Zusammenleben und die Arbeit mit einem Assistenzhund. Im anschliessenden Gespräch geht die instruierende Person auf die gesammelten Erfahrungen ein und das weitere Vorgehen wird besprochen. Verlaufen alle Abklärungen positiv, so sind die Grundlagen für die Wahl eines passenden Hundes geschaffen. 

Einschulung, Finanzierung und Betreuung

Die umfangreiche Einschulung von Halterin bzw. Halter und Hund geht über einen Zeitraum von einem halben Jahr. Die intensivste Phase beinhaltet in der Regel zweimal eine Woche (mit einer Woche Pause dazwischen). Die Einarbeitung findet am Wohnort der Klientschaft statt durch die Ausbilderin bzw. Ausbilder, die/der den Hund ausgebildet hat. 

Der Assistenzhunde-Halterin bzw. -Halter erhält den Hund kostenlos. Die Finanzierung wird von der Stiftung und – je nach Fall – von der Invalidenversicherung übernommen. Die Stiftung – bzw. fallweise die Invalidenversicherung – übernimmt die Tierarztkosten und zahlt der Klientschaft eine Pauschale für das Futter aus. 

Die Ausbildungsstätte bietet eine kostenlose Betreuung des Teams während der ganzen Einsatzdauer des Assistenzhundes. Auch werden die Halterinnen und Halter regelmässig eingeladen, an Weiterbildungskursen teilzunehmen. Der Hund bleibt Eigentum der Stiftung. 

Hund

Eine intensive Einschulung ist wichtig, um den Assistenzhund gut auf seine kommenden Tätigkeiten vorzubereiten. (Foto: Unsplash)

Besuche in Allschwil 

Für Besucher, die sich insbesondere für Assistenzhunde interessieren, werden nach Vereinbarung individuelle Führungen durch die Schule angeboten. Teil dieser Vorführung ist auch ein Assistenzhund bei der Arbeit zu beobachten. Auch Besuchstage finden regelmässig statt. Diese finden immer am ersten Samstag eines Monats um 15 Uhr statt. 

Das Programm startet jeweils mit einem Informationsfilm über die beiden Sparten Blindenführhunde und Assistenzhunde. Im Anschluss daran findet eine Vorführung eines Blindenführhundes bei der Arbeit im Hindernisgarten statt. Danach haben alle anwesenden Personen die Gelegenheit, sich zusammen mit den mit der Instruktion betrauten Personen auf eine Gruppenführung durch die Schule zu begeben. Dabei können dann auch die Hunde besichtigt werden, die sich in Ausbildung befinden und – sofern vorhanden – den Welpen beim Spielen zugeschaut werden. 

Sind Sie auf einen Rollstuhl angewiesen und an einem Assistenzhund interessiert? Die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde gibt Ihnen gerne Auskunft und lädt Sie gerne zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein.