Alte Person hält Kopf nach unten und hebt Hände vors Gesicht. | © Unsplash

Depressionen und soziale Isolation als Alzheimer-Risikofaktoren

Depressionen, Einsamkeit und soziale Isolation sind ernsthafte Gesundheitsrisiken, die eine erhebliche Anzahl Menschen weltweit betreffen. Unter anderem besteht ein Zusammenhang zwischen Depressionen und einem erhöhten Alzheimer- und Demenz-Risiko.

Die Belastung durch Depressionen und andere psychische Erkrankungen nimmt weltweit zu. Mehr als 264 Millionen Personen haben Depressionen. Depressionen unterscheiden sich von üblichen Stimmungsschwankungen und den kurzen emotionalen Reaktionen, die wir im täglichen Leben erleben. 

Depressionen können ein ernsthaftes Gesundheitsproblem werden, insbesondere wenn sie lange andauern und mittel bis stark ausgeprägt sind. Sie entstehen aufgrund eines komplexen Zusammenspiels von sozialen, psychologischen und biologischen Faktoren. Zudem können Depressionen zu mehr Stress und einer Beeinträchtigung der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit führen.

Symptome

  • Interessenverlust
  • Sozialer Rückzug und Isolation
  • Konzentrationsprobleme
  • Denkstörungen
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit oder Energielosigkeit

Ursachen

  • Traumatische oder stressige Lebensereignisse
  • Biologische Ungleichgewichte
  • Erbanlagen
  • Körperliche- und Mobilitätseinschränkungen

Auswirkungen auf Alzheimer

  • Studien zeigen, dass eine Vorgeschichte mit Depressionen mit einem etwa zweifach erhöhten Risiko einer Demenz einhergeht.
  • Mehrere kontrollierte Studien haben gezeigt, dass die Behandlung von Depressionen bei älteren Erwachsenen zu einer Verbesserung der kognitiven Funktionen führt.
  • Über 10 Prozent der weltweiten Alzheimer-Fälle sind möglicherweise auf Depressionen zurückzuführen.

Eine Studie analysierte den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und dem Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Die Untersuchungen ergaben, dass einsame Personen ein höheres Alzheimer-Risiko hatten, als Personen, die nicht einsam waren. Einige Studien haben auch festgestellt, dass durch erhöhte geistige Aktivität und regelmässige Teilnahme an sozialen Aktivitäten der kognitive Verfall verhindert und der Ausbruch von Alzheimer verzögert werden kann.

Forschende haben ausserdem herausgefunden, dass es einen starken Zusammenhang gibt zwischen Depressionen und dem Risiko, an Demenz zu erkranken. Einige Studien haben zudem gezeigt, dass die Behandlung von Depressionen bei älteren Patient*innen die Kognition verbessert, was zu einer Verbesserung des Gedächtnisses und anderer kognitiver Leistungen führt.

Apps für eine bessere psychische Gesundheit

Happify

Happify ist eine wissenschaftlich fundierte App und Plattform, die effektive Werkzeuge und Programme zur Verbesserung des emotionalen Wohlbefindens bereitstellt. Die Aktivitäten und Spiele können dabei helfen, Stress zu reduzieren, negative Gedanken zu überwinden und eine grössere Resilienz aufzubauen. Die Techniken wurden von Wissenschaftler*innen entwickelt, die sich seit Jahrzehnten mit evidenzbasierten Interventionen in den Bereichen der positiven Psychologie, Achtsamkeit und kognitiven Verhaltenstherapie beschäftigen.

Wysa

Wysa ist ein Stimmungs-Tracker, Achtsamkeits-Coach, Angsthelfer und Stimmungsaufheller . Die App bietet tägliche Meditation zur Verbesserung der psychischen Gesundheit. Wysa ist ein Chatbot, der immer für einen da ist, wenn man jemanden zum Reden benötigt. Mit freundlichen Unterhaltungen hilft Wysa, Ihre Stimmung im Auge zu behalten und mit bewährten Techniken und beruhigenden Meditations-Audios hilft die App, Stress und Ängste zu bekämpfen. Wysa ermöglicht, die emotionale Gesundheit zu verbessern, indem Sie regelmässig Ihre Zufriedenheit und Stimmung verfolgen. Die App ist aktuell nur auf Englisch verfügbar.

Sanvello

Ob Sie sich ängstlich, einsam, überfordert oder einfach nur ausgebrannt fühlen, Sanvello holt Sie da ab, wo Sie gerade sind. Die App ist eine Art «Feel-Better»-Werkzeugkasten, der Therapie, Coaching, Bewältigungstechniken, Mediationen und die Verfolgung von Zielen und der Stimmung enthält. Die Übungen und Aktivitäten wurden von Expert*innen entwickelt, um Ihnen zu helfen, sich besser zu fühlen. Die App lässt sich zudem auf individuelle Bedürfnisse zuschneiden. Sanvello überprüft, wie Sie sich fühlen, damit Sie Ihre Emotionen und Ihre Fortschritte über einen längeren Zeitraum verfolgen können. Sobald gewisse Muster erkennbar sind, stellt Ihnen Sanvello individuelle Hilfsmittel zur Verfügung, die auf der kognitiven Verhaltenstherapie beruhen, um Sie auf dem Weg zur Besserung zu begleiten. Die App ist aktuell noch nicht auf Deutsch verfügbar, eine deutsche Version ist laut Sanvello aber in Planung.

Deprexis

Deprexis ist eine interaktive Online-Therapie, die Menschen mit Depressionen helfen kann, auf Ihre eigene Weise voranzukommen. In einem virtuellen Dialog erhalten Sie Anregungen, Methoden und Techniken, die Ihnen helfen, negative Gedanken in den Griff zu bekommen und positive Emotionen zu unterstützen. Das Online-Programm ist einfach zu bedienen und kann sich auf Ihre individuellen Bedürfnisse einstellen. 

Unterstützung

Es ist wichtig, daran zu denken, dass nicht nur die Person mit Depressionen selbst betroffen ist, sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld – Eltern, Lehrpersonen, Arbeitgebende, Freund*innen, Familie und andere Nahestehende.

Umso wichtiger ist, zu lernen, wie Sie am besten mit Ihrem Umfeld kommunizieren. Die beste Art und Weise zu kommunizieren, kann von Person zu Person und je nach Situation verschieden sein. Neben dem Austausch mit dem Umfeld ist aber auch wertvoll, wenn Sie Unterstützung einholen bei Personen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie Sie. In unserer Community können Sie mit anderen Betroffenen Erfahrungen austauschen.