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Ausbildungsmöglichkeiten für mein Kind mit Behinderung oder Krankheit

Am Ursprung einer beruflichen Laufbahn steht die Schulbildung und eine Grundausbildung. Für Jugendliche mit einer Behinderung ist der Übergang von der Schule ins Berufsleben nicht immer leicht. Werden die Fähigkeiten aber gezielt gefördert, ist vieles möglich. Jugendliche selbst und mit ihnen ihre Eltern müssen sich mit der Frage zu den Ausbildungsmöglichkeiten früh auseinandersetzen.

Die Formel der Relativitätstheorie steht auf einer Tafel. | © unsplash

Für Jugendliche mit Behinderungen ist der Einstieg ins Arbeitsleben oft nicht leicht. (unsplash)

Brückenangebote

In der Regel bereiten Brückenangebote zur Vorbereitung von Ausbildungsmöglichkeiten Menschen mit Behinderungen auf die Grundausbildung vor. Auch Jugendliche mit einer Behinderung oder speziellem Bildungsbedarf können dank ihrer vielseitigen Fähigkeiten erfolgreich ins Berufsleben starten. Vielleicht müssen sie aber nach erfolgter Berufswahl und nach Ende der obligatorischen Schulzeit mittels sogenannter Brückenangebote speziell auf die berufliche Grundausbildung vorbereitet werden. 

Dabei handelt es sich um zusätzliche schulische Unterstützung, um Vorkurse oder Vorlehren oder auch um Integrationskurse. Die Kantone sind verpflichtet, solche Brückenangebote anzubieten. Sie unterscheiden sich allerdings in ihrer Ausgestaltung, ihrem Niveau wie auch der Finanzierung von Kanton zu Kanton.

Digitale Begleitstelle: Hilfe für Eltern von Kindern mit Behinderungen

Als Eltern eines Kindes mit Behinderungen haben Sie im Alltag viele zusätzliche Herausforderungen zu meistern. Hier finden Sie Hilfe in jeder Lebensphase Ihres Kindes – mittels Informationen sowie Austauschmöglichkeiten im Forum.

Zur Begleitstelle für Eltern 

Eltern sitzen mit ihrer kleiner Tochter und einem Laptop auf den Knien auf dem Sofa und informieren sich. | © Pexels / Kampus Production

Die Berufslehre

Das duale Bildungssystem gilt als Erfolgsmodell und als wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Stärke der Schweiz. Etwa zwei Drittel aller Jugendlichen entscheiden sich für eine Berufslehre. Das duale Bildungssystem ermöglicht ihnen in rund 250 verschiedenen Lehrberufen eine Ausbildung mit einer praktischen Lehre in einem Unternehmen und der Aneignung der theoretischen Grundlagen zur Berufsausübung und durch Allgemeinbildung in der Berufsschule. Dabei gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten:

  • 1

    2-jährige berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest

    Die zweijährige berufliche Grundbildung führt zu einem eidgenössisch anerkannten Berufsabschluss. Sie dient der Vermittlung von Qualifikationen zur Ausübung eines Berufs mit einfacheren Anforderungen und richtet sich vorwiegend an praktisch begabte, eher lernschwache Jugendliche und Erwachsene. Die zweijährige berufliche Grundbildung schliesst nach einem üblichen Qualifikationsverfahren mit einem Eidgenössischen Berufsattest ab. Wer die berufliche Grundbildung mit Berufsattest abschliesst, kann nachher – je nach Beruf – in das 2. Lehrjahr der 3- bis 4-jährigen Berufslehre einsteigen.

  • 2

    3- bis 4-jährige berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis

    Die drei- bis vierjährigen beruflichen Grundbildungen schliessen in der Regel mit einem Qualifikationsverfahren und einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ab. Die berufliche Grundbildung führt zur Qualifikation zur Ausübung eines Berufs und bietet Zugang zur höheren Berufsbildung.

  • 3

    Eidgenössische Berufsmaturität

    Die Eidgenössische Berufsmaturität ergänzt die berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis mit einer erweiterten Allgemeinbildung. Dies ermöglicht den prüfungsfreien Zugang zu einem Studium an einer Fachhochschule. Mit einer ergänzenden Prüfung (Passerelle) ist auch der Zugang an eine Universität oder an die Eidgenössische Technische Hochschule möglich. Die Berufsmatura hat sich als Alternative zu den Ausbildungsmöglichkeiten als Angebot für leistungsstarke Jugendliche etabliert.

Unterstützungsmassnahmen

Eher lernschwache Jugendliche erhalten während ihrer Lehre an den Berufsfachschulen zusätzliche Unterstützung in Form von Stützkursen. Auch eine individuelle Begleitung ist möglich. Lehrbetriebe können die Auszubildenden zusätzlich fördern. Die zweijährige Grundausbildung mit Berufsattest kann für Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf ausserdem um ein Jahr verlängert werden.

Ebenfalls Unterstützung bringt das sogenannte «Case Management». Mit diesem strukturierten Verfahren sollen in den Kantonen Massnahmen für Jugendliche sichergestellt werden, deren Einstieg in die Berufswelt stark gefährdet ist. Ziel ist also auch hier, dass die Jugendlichen einen erfolgreichen Lehrabschluss erreichen können und sich anschliessend im erlernten Beruf behaupten können.

Praktische Ausbildung nach INSOS (PrA INSOS)

Über die eidgenössischen Ausbildungsmöglichkeiten hinaus bietet INSOS, der Nationale Branchenverband für Institutionen für Menschen mit Behinderung, seit 2007 die Praktische Ausbildung nach INSOS (PrA INSOS) an. Dabei handelt es sich um ein einheitlich geregeltes Bildungsangebot als eine der Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Das Ziel ist die Verbesserung der beruflichen Integration und die Förderung der Durchlässigkeit zu den zweijährigen beruflichen Grundbildungen mit dem Eidgenössischem Berufsattest. Die Berufsbildung in der Schweiz soll es allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf verschiedenen Stufen ermöglichen, den Start ins Berufsleben erfolgreich zu gestalten. Bei Jugendlichen mit einer Behinderung sollen nicht deren Behinderungsgrad, sondern deren vielseitige Fähigkeiten im Fokus stehen. Für die berufliche und soziale Integration von Menschen mit einer Behinderung muss dies die zentrale Zielsetzung sein.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Dieser Artikel richtet sich an Eltern von Kindern mit Behinderungen und ist Teil der digitalen Begleitstelle. Haben Sie ergänzende Bemerkungen? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung per Mail an info@enableme.ch.


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