Die Invalidenversicherung (IV)

Die Invalidenversicherung (IV) ist Teil des eidgenössischen Sozialversicherungsnetzes und der bedeutendste Pfeiler der Vorsorge für Menschen mit Behinderung. Die Invalidenversicherung hat zum Ziel, den Versicherten mit Eingliederungsmassnahmen oder Geldleistungen die Existenzgrundlage zu sichern, wenn sie invalid werden.

Die Invalidenversicherung gibt es seit 1960. Sie definiert Invalidität als eine durch körperlichen, psychischen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Diese Unfähigkeit muss bleibend sein oder längere Zeit (mindestens ein Jahr) dauern. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Behinderung schon bei der Geburt bestanden hat oder Folge einer Krankheit oder eines Unfalls ist.

Während in früheren Jahren die finanziellen Leistungen im Zentrum standen, sollen Menschen mit einer Behinderung oder von Invalidität bedrohte Personen heute verstärkt wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Mit den letzten IV-Revisionen wurde darauf abgezielt, mehr Menschen ins Erwerbsleben einzugliedern sowie die defizitäre Invalidenversicherung zu sanieren und bis 2025 wieder ins finanzielle Gleichgewicht zu bringen. 

Ziel der IV 

Die Aufgabe der IV besteht darin, die finanziellen Folgen behinderungsbedingter Erwerbsunfähigkeit mittels einer Rente oder der Eingliederung ins Erwerbsleben zu lindern. Seit 1992 sind hierfür regionale Invalidenversicherungsstellen und kantonale Teams verantwortlich. Diese tauschen sich untereinander aus und arbeiten überregional zusammen, im Verbund mit den 2005 neu geschaffenen ärztlichen Diensten (RAD). 

Mit der vierten Revision sollte den stark steigenden Zahlen an Invalidenrenten und der damit verbundenen Kostenexplosion entgegengewirkt werden. Mit einem stärkeren Fokus auf dem Prinzip der Eingliederung sollte gerade für jüngere behinderte Menschen ein Anreiz zur Rückkehr in den Arbeitsmarkt geschaffen und eine neue berufliche Perspektive eröffnet werden. Eigenverantwortung und Selbstbestimmung statt frühzeitige Verrentung lautete die Devise. 

Anspruch auf die Invalidenrente

Grundsätzlich stehen medizinische und berufliche Eingliederungsmassnahmen der IV jedem Versicherten zu, der in der Schweiz wohnt oder arbeitet. Denn im Gegensatz zur Unfallversicherung deckt die Invalidenversicherung die gesamte Bevölkerung ab. Alle leisten, egal ob erwerbstätig oder nicht, mit obligatorischen monatlichen Zahlungen ihren Beitrag dazu. 

Da der Massnahmenkatalog hinsichtlich Früherkennung und Frühintervention 2006 noch einmal ausgeweitet und Verbesserungen in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen vorangetrieben wurden, werden Renten jedoch sehr viel seltener zugeteilt. Die Fokussierung auf die Wiedereingliederung soll verhindern, dass gesundheitlich beeinträchtigte Männer und Frauen aus dem Arbeitsprozess herausfallen und zu dauerhaften Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger werden.