Ausbildung für Menschen mit Behinderung

Personen mit einer körperlichen oder psychischen Behinderung müssen sich oft vielen Hindernissen und Schwierigkeiten stellen und eine angemessene berufliche oder schulische Ausbildung zu erhalten. Doch Nachteilsausgleichs-Massnahmen geben Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung eine Chance ins Berufsleben einzusteigen.

In der Schweiz ist die Chancengleichheit für alle Menschen in der Bundesverfassung verankert. Um diese Chancengleichheit zu erreichen, sollen im Falle von Benachteiligungen, wie sie zum Beispiel aufgrund einer Behinderung möglich sind, Ausgleichsmassnahmen ergriffen werden. Unter dem sogenannten Nachteilsausgleich werden spezifische Massnahmen verstanden, die zum Ziel haben, behinderungsbedingte Nachteile aufzuheben oder zumindest zu verringern.

Schulische Ausbildung – Schule und Studium

Die schulische Ausbildung startet schon früh, nämlich bei vorschulischen Einrichtungen. Die Integration von Kindern mit Beeinträchtigung scheint in diesem Alter noch mit weniger Hindernissen zu verbunden sein als wenn sie älter sind. Daher wird oft empfohlen, dass Kinder mit und ohne Behinderung zusammen in einen Kindergarten gehen. Wenn es dann zum Schuleintritt geht, ist die optimale Entscheidung stets von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Eltern, beziehungsweise Kinder, entscheiden sich für eine Sonderschule, während andere eine Regelschule bevorzugen.

Dabei ist es wichtig, die Schüler nicht nur zu «integrieren», sondern zu «inkludieren». Bei der Inklusion geht es darum, die Gesellschaft von Anfang an so zu gestalten, dass jeder Mensch gleichberechtigt an allen Prozessen teilhaben und sie mitgestalten kann. Im Unterschied zur Integration, die sich oft am Einzelfall oder an einer teilzeitlichen Integration von Kindern oder Jugendlichen mit besonderem Bildungsbedarf in eine Klasse der Regelschule orientiert, geht es bei Inklusion darum, ganze Systeme dahingehend zu gestalten, dass sie integrativ wirken.

Wenn sich Menschen mit Behinderung für ein Studium entscheiden, tauchen viele Fragen auf. Welche Hochschulen und Universitäten bieten eine möglichst barrierefreie Infrastruktur? Gibt es Beratung und Unterstützung vor Ort? Wo finde ich eine Wohnung und eignet sich die Stadt für Menschen mit Behinderung? Durch frühzeitiges Planen und eine ausgiebige Auseinandersetzung mit den vorliegenden Möglichkeiten können diese Fragen beantwortet werden. Speziell dafür eingerichtete Beratungsstellen können dabei Abhilfe leisten. Vermehrt zeigen Schweizer Universitäten und Hochschulen Engagement um die Hindernisse und Schwierigkeiten für Studierende mit Behinderung zu minimieren.

Universitätsabgänger werfen ihren Hut in die Luft.

Viele Universitäten engagieren sich für eine besseres Infrastruktur für Menschen mit Behinderung. (Foto: Unsplash)

Berufliche Ausbildung – Die Lehrstelle

Eine für sich passende Lehrstelle zu finden, ist auch schon ohne Behinderung schwierig genug. Trotzdem ist es auch für Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung möglich eine tolle Lehrstelle zu finden. Die Tipps zur Jobsuche für Jugendliche mit Handicap sind dieselben wie für Jugendliche ohne Behinderung: «Nicht aufgeben! 50 bis 100 Lehrstellenbewerbungsschreiben verfassen ist leider die Normalität», sagt der IV-Berufsberater aus Bern. Nach erfolgreich absolvierter Lehre unterstützen die IV-Berufsberater laut IV-Gesetz auch bei der Arbeitsvermittlung. Die jungen Menschen werden über ein halbes Jahr begleitet. «Kann bis dahin keine Stelle gefunden werden, müssen wir abschliessen und Pro Infirmis ist zuständig», sagt der Berufsberater.