Was Rauchen mit Ihren Augen macht – und wie der Rauchstopp hilft
Mit dem Rauchen aufzuhören, hat umgehend viele positive Effekte. Und dies nicht nur auf die Lunge und den Herz-Kreislauf, sondern auch auf Ihre Augengesundheit. Erfahren Sie mehr darüber, wie das Rauchen die Augen schädigt und wie Sie den Rauchstopp meistern.
Wer nicht raucht, schützt das Sehvermögen und senkt das Risiko für Augenkrankheiten. (Adobe Stock)
Dass Rauchen Lunge und Herz schädigt, ist vielen klar. Doch dass die Angewohnheit auch die Augen stark belastet und verschiedene Augenkrankheiten begünstigt, ist vielen nicht bewusst. Ein weiterer Grund, mit dem Rauchen aufzuhören! Mit unseren Tipps und Unterstützungsangeboten kommen Sie Ihrem Ziel einen Schritt näher.
Besser verstehen, besser sehen
Im Patientenratgeber erfahren Sie, wie unser Sehsinn funktioniert, welche Erkrankungen die Netzhaut beeinträchtigen können und worauf Sie achten sollten, um Ihre Augengesundheit zu fördern.
Wie Rauchen die Augen schädigt
Beim Rauchen gelangen Tausende chemische Substanzen in den Körper, darunter giftige Stoffe wie Nikotin, Kohlenmonoxid und Teer. Diese Schadstoffe gelangen nicht nur äusserlich an die Augenoberfläche, sondern über den Blutkreislauf auch ins Innere der Augen. Dies hat verschiedene negative Auswirkungen.
Trockene Augen
Zigarettenrauch, der sowohl beim Rauchen als auch beim Passivrauchen in die Augen gelangt, schädigt die Zellen der Augen. So wird etwa die Schutzschicht des Auges, der sogenannte Tränenfilm beeinträchtigt, was zu trockenen, gereizten Augen führt. Da die stetig zunehmende Bildschirmzeit unsere Augen sowieso schon belastet, strapaziert das Rauchen sie noch zusätzlich. Im Artikel «Augengesundheit fördern: Vitamine für die Augen und weitere Alltagstipps» erhalten Sie weitere Informationen zum Thema Digital Eye Strain und was Sie dagegen tun können.
Unterversorgung der Augen
Nikotin und andere Inhaltsstoffe führen zur Verengung der Blutgefässe. Dadurch wird die Durchblutung verschlechtert – auch in der Netzhaut und im Sehnerv. Gleichzeitig bindet Kohlenmonoxid den Sauerstoff im Blut, was den Sauerstofftransport zu empfindlichen Zellen einschränkt. Die Folge: eine Unterversorgung der Augen.
Oxidativer Stress
Beim Rauchen entsteht zudem oxidativer Stress – ein Zustand, bei dem aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte, die zellulären Strukturen angreifen. Das betrifft unter anderem die Linse, die Netzhaut und die Pigmentschicht im Auge. Über längere Zeit kann dies zu dauerhaften Schäden führen.
Typische Augenkrankheiten
Die durch das Rauchen trockenen und unterversorgten Augen altern in erster Linie schneller. Dies bedeutet, dass Krankheiten die normalerweise erst mit fortschreitendem Alter auftreten, wie zum Beispiel der Graue Star, begünstigt werden. Insofern sind sowohl junge als auch ältere Rauchende von den Auswirkungen auf das Auge betroffen.
Zu den häufigsten durch Rauchen begünstigten Augenerkrankungen zählen:
- Makuladegeneration: Der wichtigste Sehbereich im Zentrum der Netzhaut, die Makula, bildet sich zurück, was zu einem allmählichen Verlust des Sehvermögens führt.
- Katarakt (Grauer Star): Linse trübt ein, weshalb nicht mehr genügend Licht auf die Netzhaut gelangt, das Sehvermögen fortschreitend schlechter und verschwommener wird.
- Trockenes Auge-Syndrom: Die Augen produzieren zu wenig Tränenflüssigkeit oder die Zusammensetzung stimmt nicht, wodurch sie brennen, jucken oder sich müde anfühlen.
- Diabetische Retinopathie: Die feinen Blutgefässe in der Netzhaut werden bei Diabetiker:innen durch das Rauchen zusätzlich geschädigt, was das Sehvermögen beeinträchtigen kann.
- Uveitis: Eine Entzündung im Inneren des Auges, die Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und verschwommenes Sehen verursachen kann.
- Sehnervenerkrankungen: Durchblutungsstörungen können den Sehnerv schädigen, was zu einem Glaukom (Grüner Star) und damit zu einem fortschreitenden, irreparablen Sehverlust führen kann.
Sind E-Zigaretten eine gesündere Alternative für die Augen?
E-Zigaretten, auch Vapes oder Vaporizer genannt, gelten oft als weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten. Tatsächlich enthalten sie weniger gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe als Raucherwaren mit Tabak. Doch auch beim Dampfen gelangen Nikotin und andere Schadstoffe in den Körper – darunter Substanzen, die Entzündungen fördern und die Blutgefässe verengen. Erste Studien deuten ausserdem darauf hin, dass auch E-Zigaretten oxidativen Stress verursachen. Das Risiko für trockene Augen, Reizungen oder sogar Veränderungen in der Netzhaut besteht also auch bei E-Zigaretten. Wer seine Augengesundheit schützen will, fährt also mit einem vollständigen Rauchstopp am besten.
Positive Veränderungen nach Rauchstopp
Wer mit dem Rauchen aufhört, spürt sofort positive Effekte. Bereits nach wenigen Stunden normalisiert sich der Blutdruck und der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt. Nach nur drei Tagen werden Schleim und Rauchrückstände aus der Lunge beseitigt und das Atmen fällt spürbar leichter. Auch Geschmacks- und Geruchssinn verbessern sich.
Durch die bessere Blutzufuhr zu Netzhaut und Sehnerv können sich die Augen so langsam wieder regenerieren und das Risiko für Augenerkrankungen wird reduziert. Aber auch falls die Augengesundheit bereits eingeschränkt ist, lohnt sich ein Rauchstopp, da sich das Sehvermögen stabilisiert.
So gelingt es, mit dem Rauchen aufzuhören: Tipps und Unterstützung
Mit dem Rauchen aufzuhören ist eine Herausforderung – aber es ist machbar! Diese sieben Schritte helfen dabei, den Rauchstopp erfolgreich anzugehen und langfristig durchzuhalten:
- Motivation finden: Überlegen Sie sich, warum Sie mit dem Rauchen aufhören wollen: für Ihre Fitness, Ihre Familie, Ihre (Augen-)Gesundheit? Notieren Sie sich die Ziele – es wird Ihnen dabei helfen, dranzubleiben.
- Startdatum festlegen & loslegen: Wählen Sie ein konkretes Datum für Ihren Rauchstopp. Werfen Sie dann konsequent alle Zigaretten, Feuerzeuge und Aschenbecher weg – und machen Sie einen klaren Schnitt.
- Freunde & Familie einweihen: Informieren Sie Ihr Umfeld über den Rauchstopp. Unterstützung von anderen kann helfen, motiviert zu bleiben und Rückfälle zu vermeiden.
- Gewohnheiten durchbrechen: Vermeiden Sie Orte und Situationen, die Sie mit dem Rauchen verbinden und führen Sie neue Routinen ein. Statt der «Zigarette nach dem Essen» können Sie sich zum Beispiel ein leichtes Dessert gönnen.
- Hilfsmittel nutzen: Nikotinpflaster, Kaugummis oder spezielle Medikamente können den Entzug erleichtern. Sprechen Sie am besten mit einer Fachperson darüber.
- Für Ablenkung sorgen: Bewegung, Hobbys oder ein kurzer Spaziergang helfen, das Verlangen zu überstehen. Beschäftigen Sie sich bewusst, wenn das Rauchverlangen kommt.
- Geduld mit sich selbst: Ein Rückfall ist kein Scheitern! Bleiben Sie dran, erinnern Sie sich an Ihr Ziel – und feiern Sie jeden rauchfreien Tag.
Eine Fachperson zu involvieren unterstützt viele beim Rauchstopp. Auf der Website der Lungenliga sowie auf Stopsmoking finden Sie verschiedene Anlaufstellen sowie hilfreiche Artikel und eine Toolbox für ein rauchfreies Leben.
Darüber sprechen hilft
Ein Leben mit Augenerkrankungen bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Sie sind jedoch nicht alleine! Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen hilft, neue Lösungen und Perspektiven zu finden. Teilen Sie Fragen und Herausforderungen bei einem persönlichen Peer-Austausch oder stellen Sie Ihre Fragen anonym und kostenlos in unserer Community.
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Wie schadet Rauchen den Augen?
Rauchen verengt die Blutgefässe, reduziert die Sauerstoffversorgung und fördert oxidativen Stress – all das kann die empfindlichen Strukturen im Auge schädigen und das Risiko für Erkrankungen wie Makuladegeneration oder Grauen Star erhöhen.
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Kann Rauchen zur Erblindung führen?
Ja, in schweren Fällen kann Rauchen die Sehkraft so stark beeinträchtigen, dass es zu Erblindung kommt – vor allem durch Krankheiten wie die altersbedingte Makuladegeneration oder Schädigungen des Sehnervs.
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Was passiert mit dem Körper während des Nikotinentzugs?
Beim Entzug kann es vorübergehend zu Reizbarkeit, Unruhe, Schlafproblemen oder Konzentrationsschwierigkeiten kommen. Diese Symptome sind normal – und ein Zeichen dafür, dass sich der Körper entgiftet und umstellt.
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Wie lange dauert es, bis der Körper vom Nikotin entwöhnt ist?
Die körperliche Entwöhnung dauert meist eine bis drei Wochen. Die psychische kann länger bleiben – aber sie lässt sich mit neuen Routinen und Unterstützung gut bewältigen.
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Wie schnell erholen sich die Augen nach dem Rauchstopp?
Schon wenige Wochen nach dem Rauchstopp verbessert sich die Durchblutung – auch im Auge. Langfristig sinkt das Risiko für schwere Augenerkrankungen deutlich. Der positive Effekt wächst mit jedem rauchfreien Tag.
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Wie kann ich meine Augen nach dem Rauchstopp zusätzlich schützen?
Eine ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung sowie augenärztliche Kontrollen unterstützen die Regeneration. Im Artikel «Augengesundheit fördern: Vitamine für die Augen und weitere Alltagstipps» erfahren Sie mehr darüber.