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IV: Eingliederung vor Rente

Arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren der Integration in unsere Gesellschaft. Doch für viele Menschen mit Behinderungen ist es schwierig, eine geeignete Anstellung zu finden. Die Invalidenversicherung (IV) unterstützt sie mit verschiedenen Eingliederungsmassnahmen.

Wo holen sich viele Menschen ihre Bestätigung? Wo werden sie ein Teil eines gesellschaftlichen Gefüges? Wo werden sie gefordert? Und wo werden oftmals Freundschaften geschlossen? Ja, die Arbeit ist zweifellos ein wichtiger Bestandteil unseres Daseins. 

Die kurze Aufzählung zeigt, worauf Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, die vorübergehend oder dauernd nicht arbeiten können, verzichten müssen. 

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Ein Mann hält den Daumen hoch. | © Pexels / Rodnae Productions

Sanierung der hochverschuldeten IV 

«Eingliederung vor Rente» lautet der Leitsatz der Invalidenversicherung (IV). Dass heute der Grundsatz der Wiedereingliederung vor einer Rentenzahlung steht, hat weniger mit Gesellschafts-, als vielmehr mit Finanzpolitik zu tun. Die hochverschuldete IV muss saniert werden. Und das geht nur, wenn tausende Vollrenten gestrichen und Rentenbezüger wieder in die Arbeitswelt integriert werden – und gleichzeitig mit frühzeitigen Interventionsmassnahmen die Zahl der Neurenten begrenzt werden kann.  

Eingliederungsansatz wird begrüsst 

An Kritik an der 5. und 6. IV-Revision mangelt es nicht, und viele Menschen mit Behinderungen bekommen auch die negativen Folgen zu spüren. Dass der Ansatz der Eingliederungs- und Frühinterventionsmassnahmen aber sowohl für die versicherte Person wie auch die Volkswirtschaft sinnvoll und richtig ist, ist unbestritten. 

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Die Arbeit ist ein wichtiger Faktor für Menschen, um sich in der Gesellschaft zu integrieren. (Foto: Unsplash)

Je früher erfasst, desto besser 

Heute beurteilt die IV nicht mehr in erster Linie, was Menschen fehlt, sondern welche Ressourcen sie mitbringen. Die IV-Stellen verfügen über ein breites Leistungsangebot, mit denen versucht wird, die wirtschaftlichen Folgen einer gesundheitlich bedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu vermindern oder zu beseitigen. 

Sehr wichtig ist die Früherfassung. Je früher sich Betroffene oder Arbeitgebende bei der IV-Stelle melden, desto grösser ist die Chance, dass eine mitarbeitende Person nach einer Arbeitsunfähigkeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren kann. Kommt die IV-Stelle zum Schluss, dass ohne geeignete Massnahmen eine Invalidität droht, fordert sie die versicherte Person auf, sich bei der IV anzumelden. 
 
Für Versicherte, deren Anspruch noch nicht geklärt ist, versucht die IV direkt nach der Anmeldung Massnahmen der Frühintervention zu ergreifen. Mit diesen soll parallel zu den Abklärungen verhindert werden, dass Menschen aus dem Arbeitsprozess herausfallen. 

Die IV als Berufsberatung 

Mit Integrationsmassnahmen bereitet die IV besonders Menschen mit einer psychischen Erkrankung auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben vor. Die Massnahmen sind individuell auf die persönliche Situation der Betroffenen abgestimmt. 

Daneben ist die IV auch ein (Berufs-)Beratungszentrum. So sollen Menschen, die nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten können, neue berufliche Perspektiven finden. Die Eingliederungsberatung der IV-Stellen wiederum steht Versicherten und Unternehmen offen, damit mit frühzeitiger Unterstützung Arbeitsplätze erhalten werden können. 

Finanzielle Beiträge an Umschulung und Ausbildung 

Sollte eine Umschulung notwendig werden, weil Versicherte ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen können, übernimmt die IV die Kosten, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Dies gilt auch für die Kosten bei einer erstmaligen beruflichen Ausbildung, die den Versicherten aufgrund ihrer Invalidität zusätzlich entstehen. 

Möglich sind auch sogenannte Arbeitsversuche, die es Arbeitgebenden erlauben, sich von der Leistungsfähigkeit von Betroffenen zu überzeugen. Der Arbeitsversuch hat für den Arbeitgebenden den Vorteil, dass er nicht durch einen Arbeitsvertrag gebunden ist. Die IV trägt die Kosten und die Risiken. 


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