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Inklusive Sprache im Berufsalltag: wichtig für Ihr Unternehmen

Inklusive Sprache ist weit mehr als ein stilistisches Detail. Sie ist Ausdruck von Haltung, Verantwortung und zeitgemässer Unternehmenskultur. Dieser Artikel zeigt, warum inklusive Kommunikation für Ihr Unternehmen unverzichtbar ist, welche konkreten Vorteile sie bringt und wie der Einstieg gelingt.

Nahaufnahme eines Mannes mit Glatze, der vor einem Laptop sitzt. Er hat den Kopf schief gelegt und wirkt nachdenklich. In der Hand hält er eine Brille. | © pexels

Inklusive Sprache ist nicht so kompliziert, wie man vielleicht denkt - sie lässt sich sogar trainieren. (pexels)

Sprache formt unser Denken. Sie beeinflusst, wie wir Menschen wahrnehmen, welche Bilder wir im Kopf haben und ob wir Zugehörigkeit oder Ausschluss vermitteln. Während es in der Schweiz keine offizielle Definition gibt, beschreibt der Duden inklusive Sprache als einen Ansatz, «der darauf abzielt, alle Menschen [...] angemessen und respektvoll anzusprechen und zu zeigen». Amnesty International betont in ihrem Leitfaden zudem die Bedeutung einer Sprache, die Menschen mit Behinderungen einbezieht, antirassistisch ist sowie Altersdiskriminierung und generell Stereotype gegenüber Gruppen von Menschen vermeidet.

Zusammengefasst ist inklusive Sprache:

  • respektvoll: Sie anerkennt Menschen in ihrer Vielfalt und verzichtet auf wertende Begriffe.

  • anerkennend: Sie benennt Unterschiedlichkeit, ohne Klischees zu bedienen.

  • vermeidend: Sie verzichtet auf Sprache, die stereotypisiert oder herabsetzt.

  • verbindend: Sie fördert Zugehörigkeit und Dialog.

Inklusive Sprache im Unternehmenskontext

Wer inklusiv kommuniziert, sorgt dafür, dass sich alle Zielgruppen offen und respektvoll angesprochen fühlen. Im Arbeitsumfeld legen inklusive Formulierungen die Grundlage für eine diskriminierungsfreie Unternehmenskultur, in der Vielfalt selbstverständlich gelebt wird.

Wie profitieren Unternehmen von inklusiver Sprache?

Unternehmen, die inklusive Sprache fördern, investieren in ein wohlwollendes Miteinander und gewinnen zugleich einen Wettbewerbsvorteil. Mitarbeitende, die Wertschätzung erfahren, sind motivierter, stärker gebunden und arbeiten besser im Team. Nach aussen signalisiert eine inklusive Kommunikation Offenheit und Verantwortungsbewusstsein. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliches Engagement ein zentrales Kriterium für Bewerbende, Kundschaft und Partner ist, kann dieses vermeintliche Detail den entscheidenden Unterschied machen. Studien wie jene von Accenture zeigen ausserdem, dass inklusive Unternehmen innovativer und wirtschaftlich erfolgreicher sind.

Fünf konkrete Schritte für inklusive Sprache im Berufsalltag

  • Gendern mit System:

    • Texte sollen auch für Menschen mit Dyslexie oder ADHS gut lesbar sein. Für viele Betroffene ist der Gender-Doppelpunkt (z. B. Kolleg:innen) die barriereärmere Lösung, da er das Schriftbild weniger stört als Sternchen und von vielen Screenreadern zuverlässig erfasst wird. Grundsätzlich sollten jedoch geschlechtsneutrale Begriffe wie «Lehrperson» oder «Fachkraft» bevorzugt werden. 

    • Nutzen Sie kurze Sätze und eine einheitliche Schreibweise, um die Verständlichkeit Ihrer Texte zu erhöhen.

  • Ableistische Sprache vermeiden:

    • Sagen Sie nicht: «an den Rollstuhl gefesselt». Besser: «nutzt einen Rollstuhl».

    • Vermeiden Sie Begriffe wie «taub» oder «blind» im übertragenen Sinn.

  • Rassistische Sprache vermeiden:

    • Verzichten Sie auf Redewendungen, in denen ein abwertender Kontext mitschwingt (zum Beispiel «Wie im Drittweltland»).

    • Achten Sie auch auf unterschwelligen Rassismus. Fragen wie «Und woher kommen Sie wirklich?» bei Menschen mit anderer Hautfarbe gehören zum Beispiel in diese Kategorie.

  • Einfache und klare Sprache fördern:

    • Vermeiden Sie Fachjargon, erklären Sie komplexe Begriffe.

    • Schreiben Sie aktiv, klar und verständlich.

  • Interne Schulungen und Richtlinien:

Illustration: Links sitzt eine Frau im Rollstuhl, mit Seilen an Sitz und Räder gebunden. Neben ihr steht der Satz: „Sie ist an den Rollstuhl gebunden“. Rechts kniet ein Mann auf dem Boden und tastet mit der Hand nach zwei liegenden Augäpfeln. Über ihm steht: „Er hat sein Augenlicht verloren“. | © Stiftung MyHandicap/EnableMe Sprache formt Realität. Deshalb ist es wichtig, Worte mit Bedacht zu wählen. (Stiftung MyHandicap/EnableMe)

Inklusive Sprache lässt sich trainieren

Oft liegt der Unterschied zwischen inklusiver und ausschliessender Sprache im Detail - und vor allem in der Perspektive. Um ein besseres Gespür zu entwickeln, helfen kleine gedankliche Tests im Alltag. Fragen Sie sich bei Formulierungen ganz bewusst: würde sich ein Mann, eine Frau oder eine nicht-binäre Person angesprochen fühlen? Wie würde meine Grossmutter diesen Satz verstehen oder eine Person mit wenig Deutschkenntnissen? Was denkt ein Mensch im Rollstuhl, mit Sehbehinderung oder einer psychischen Erkrankung über diese Aussage? Diese gedankliche Empathie-Schleife lässt sich trainieren, in Meetings, beim Schreiben von Mails oder beim Formulieren von Stellenanzeigen. Der Effekt: Sprache wird achtsamer und dadurch automatisch barriereärmer.

Kommunikation, die Türen öffnet

Inklusive Sprache beginnt bei den Worten und prägt das öffentliche Bild eines Unternehmens. Ob in Stellenanzeigen oder in der internen Kommunikation: EnableMe unterstützt Sie dabei, Ihre Sprache bewusster zu gestalten und Ihr Unternehmen als inklusiven Arbeitgeber sichtbar zu machen.

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Inklusive Sprache im Recruiting und Employer Branding

Im Bereich Recruiting und entfaltet inklusive Sprache eine besonders starke Wirkung. Bereits in Stellenausschreibungen zeigt sich, ob ein Unternehmen Offenheit lebt. Wer etwa von einem «jungen, dynamischen Team» schreibt, riskiert, ältere Bewerbende auszuschliessen. Ein Unternehmen, das «Mutterschaftsurlaub» statt «Elternzeit» anbietet, reproduziert klassische Rollenbilder. 

Inklusive Sprache ist also auch hier kein Zusatz, sondern wichtiger Bestandteil des Employer Brandings. Sie macht ein Unternehmen für vielfältige Talente sichtbar attraktiv und sorgt dafür, dass sich Menschen von Anfang an wohlfühlen. 

Fazit: Inklusive Sprache ist Unternehmenskultur in Aktion

Wer inklusive Sprache einsetzt, sendet eine klare Botschaft: Hier sind alle willkommen. Um den Einstieg zu erleichtern, helfen kleine Schritte:

  • Prüfen Sie eine aktuelle Stellenausschreibung auf inklusive Formulierungen.

  • Fragen Sie sich beim nächsten Meeting, ob Ihre Sprache alle anspricht.

  • Sprechen Sie im Team offen über Sprachgewohnheiten und wie man gemeinsam daran arbeiten kann.

Bei inklusiver Sprache geht es nicht um politische Korrektheit, sondern um bewusste, respektvolle Kommunikation. Um den Willen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Und letztlich um das, was jede erfolgreiche Organisation braucht: Menschen, die sich ernst genommen fühlen und gerne Teil des Unternehmens sind.


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