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Hindernisfreies Bauen – Norm SIA 500

Durch die SIA-Norm von 2009 wurde «Hindernisfreies Bauen» in Kraft gesetzt. Mit dem Inkrafttreten der neuen Norm sollte auch ein Gesinnungswandel stattfinden.

«Die Bestimmungen der Vorgängernorm wurden in der neu überarbeiteten Norm im Wesentlichen übernommen, Lücken werden geschlossen, neue Entwicklungen und Erkenntnisse berücksichtigt», teilt der Schweizerische Ingenieur – und Architektenverein (SIA) mit. Die Norm gehe davon aus, dass der gebaute Lebensraum allen Menschen offen stehen soll.

Nämlich Personen, die in ihrer Beweglichkeit von Geburt an, durch Unfall, Krankheit oder altersbedingte Beschwerden kurz – oder langfristig motorisch oder sensoriell eingeschränkt sind. Künftig ist zudem nicht mehr von «behindertengerechtem» sondern von «hindernisfreiem» Bauen die Rede. 

Verbesserung für Menschen im Rollstuhl

Gerade für Rollstuhlfahrende bringt die Norm effektive Verbesserungen. Bernard Stofer, Leiter der Abteilung Wohnen, Bauen, Verkehr bei Procap: «Ein gravierender Mangel in der bisherigen Norm war die Maximalhöhe von 1.40 m für Bedienelemente wie Schalter, Automaten, Briefschlitze, Kurbeln, Knöpfe und dergleichen. Personen im Rollstuhl erreichen diese Elemente nur mit Mühe oder gar nicht, dementsprechend gilt jetzt die Höhe von 1.10 m als Maximum.»     

Wo hindernisfrei gebaut werden muss, wird gemäss SIA «durch Gesetze und Vorschriften auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene geregelt». Bauherrschaft und Planung haben deshalb im Vorfeld der Projektierung festzustellen, ob eine Pflicht besteht, welche Teile der Norm für welche Bereiche eines Vorhabens demzufolge verbindlich sind. 

Und Bernard Stofer fügt hinzu: «Bei der Überarbeitung dieser Norm wurden nicht nur die bestehenden Mängel und Lücken behoben, beziehungsweise geschlossen. Ebenso wird der Norm mehr Gewicht verliehen, indem sie neu ins Normenwerk des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) aufgenommen wurde.»