Person knetet einen Teig von Hand. | © Unsplash

Erfolge für Praktische Ausbildung nach INSOS

Die Berufsbildung ermöglicht Jugendlichen den Einstieg in die Arbeitswelt. Schon für Jugendliche ohne Behinderung ist es schwierig eine Lehrstelle zu finden, erst recht aber für Jugendliche mit Behinderung. INSOS hat 2007 mit der «Praktischen Ausbildung» die Grundlage für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung geschaffen.

Im Krisenjahr 2020 stieg die Zahl der Arbeitslosen weltweit enorm an. Eine Ausbildungsstelle oder einen Job zu finden, ist daher für alle eine besonders grosse Herausforderung, aber bei Jugendlichen mit einer Behinderung präsentiert sich die Lage ungleich schwieriger. 

Durch die schwierige konjunkturelle Lage und dem damit verbundenen geringeren Angebot von Ausbildungsplätzen und Stellen, aber auch durch den Wandel in der Arbeitswelt leiden sie besonders. Besonders auffällig sind die zunehmende Bindungsintensität des technologischen Wandels und der steigende Anteil von Dienstleistungsberufen, während gleichzeitig die Tätigkeitsfelder im niederschwelligen Bereich abgenommen haben.

Höhere Anforderungen bei zweijährigen Grundbildungen

Ausserdem hat sich durch das seit 2004 geltende Berufsbildungsgesetz das Angebot für Jugendliche mit Behinderung massiv verändert: So genannte Anlehren wurden zunehmend zu zwei- bis vierjährigen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) umgestaltet.

Heute ist die Grundbildung ein standardisierter Lehrgang mit einem eidgenössisch anerkannten Abschluss – und höheren Anforderungen. Fachleute zeigen sich überzeugt, dass dieser Abschluss zu besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt führt. Das Problem: Längst nicht alle, die zuvor eine Anlehre absolvieren konnten, sind der zwei- bis vierjährigen Grundausbildung mit Attest gewachsen. 

PrA erstes einheitliches Angebot

Auf diesen Missstand hat INSOS (Soziale Institutionen für Menschen mit Behinderung) reagiert und 2007 mit der «Praktischen Ausbildung PrA» einen möglichen Einstieg für Lernende mit Behinderung geschaffen. Bis dahin gab es in der Schweiz kein institutionalisiertes, einheitliches Berufsbildungsangebot für junge Menschen mit Behinderung. Mit der PrA ist es INSOS Schweiz gelungen, diese Lücke im eidgenössischen Berufsbildungssystem zu schliessen.  

Eine Person hat  | © Unsplash

Die PrA ermöglicht heute Ausbildungen in rund 40 Berufsrichtungen, zum Beispiel als Gärtnerei-Praktiker. (Foto: Unsplash)

Bessere Integrationschancen im ersten Arbeitsmarkt

Das niederschwellige und auf die individuellen Ressourcen ausgerichtete Berufsbildungsangebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lern- und / oder Leistungsbeeinträchtigung, welche den Anforderungen einer beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) nicht gewachsen sind. Ziel der PrA ist es, diesen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben und ihre Integrationschancen im ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.

Ermutigende Ergebnisse

Ein grosser Teil der Lernenden finden eine Stelle in der Privatwirtschaft. Die anderen PrA-Absolventinnen und Absolventen profitieren von einer besseren Integration in Werkstätten mit geschützten Arbeitsplätzen. Dies bewirkt eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit in allen Bereichen und ist eine Investition in die Lebensqualität. 

Landwirtschaft | © Unsplash

Auch im Landwirtschaftsbereich ist eine Praktische Ausbildung möglich. (Foto: Unsplash)