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Elternberatung: FAQ & Übersicht

Viele Eltern von Kindern mit Behinderungen, chronischen sowie psychischen Krankheiten, ADHS oder Autismus stehen vor besonderen Herausforderungen. Oft ist unklar, wo sie passende Unterstützung und Beratung finden können. Wir zeigen, welche Angebote es in der Schweiz gibt und beantworten die wichtigsten Fragen.

Drei Personen sitzen in einem Beratungssetting auf einem Sofa. Eine ältere Frau in der Mitte wirkt emotional belastet und hält sich das Gesicht mit der Hand. Links sitzt eine jüngere Person mit kurzem dunklem Haar und beigem Kapuzenpulli, mit gefalteten Händen. Rechts sitzt eine Fachperson mit Brille und Notizblock. | © pexels

Auch Eltern wissen nicht alles. Genau deshalb gibt es in der Schweiz verschiedene Beratungsstellen. (pexels)

Die Suche nach der passenden Beratung kann für Eltern schnell zur Herausforderung werden: Das Internet bietet eine Fülle von Informationen, doch oft fehlt der Überblick. Gerade in belastenden Situationen ist es wichtig zu wissen, an wen man sich wenden kann. Neben einer Übersicht über die wichtigsten Anlaufstellen finden Sie in diesem Artikel auch eine Sammlung häufig gestellter Fragen von Eltern samt Antworten.

FAQ: Häufige Fragen von Eltern

Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass Eltern von Jugendlichen mit Behinderungen viele Fragen haben, gerade, wenn es um das Thema Berufswahl geht. Die häufigsten haben wir folgend gesammelt und beantwortet.

  • Hat mein Kind eine Chance auf eine Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt?

    Ja, grundsätzlich gibt es für Jugendliche mit Behinderungen verschiedene Wege in eine Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt, zum Beispiel über eine reguläre Lehre (EBA/EFZ) oder mit der Praktischen Ausbildung (PrA), die von der IV finanziert wird. Unterstützende Massnahmen, wie ein Nachteilsausgleich oder ein Coaching können helfen, die Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt erfolgreich zu meistern. Ob eine Lehre im ersten Arbeitsmarkt möglich ist, hängt von den individuellen Stärken und der passenden Unterstützung ab. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich auch jederzeit per E-Mail bei uns melden.

  • Welche Alternativen gibt es, wenn mein Kind keine Ausbildung (im ersten Arbeitsmarkt) machen kann?

    Falls eine «reguläre» Ausbildung nicht möglich ist, gibt es Alternativen wie geschützte Lehrstellen und Arbeitsplätze im zweiten Arbeitsmarkt.

  • Wer begleitet uns und mein Kind bei der Berufswahl? Welche kostenlose Unterstützung gibt es?

    Wenn Ihr Kind IV bezieht, hat es Anspruch auf die IV-Berufsberatung. Wenn nicht, gibt es zahlreiche andere Stellen, an die Sie sich wenden können, zum Beispiel Berufsinformationszentren (BIZ), Coachings oder schulinterne Angebote. Auch EnableMe ist für Eltern von Kindern mit Behinderungen da. So bieten wir zum Beispiel kostenlose Informationen und Austauschmöglichkeiten.

  • Was macht die IV? Braucht mein Kind IV-Unterstützung?

    Die Invalidenversicherung IV bietet Unterstützung bei der (Wieder)eingliederung, sowie verschiedene finanzielle Hilfen wie zum Beispiel Ergänzungsleistungen. Ob Ihr Kind IV-Unterstützung braucht oder Anspruch darauf hat, hängt von der individuellen Situation ab. Am besten wenden Sie sich direkt an die IV-Stelle in Ihrem Wohnkanton. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel «Invalidenversicherung IV einfach erklärt». Wie eine IV-Anmeldung abläuft, lesen Sie hier.

  • Haben wir Anspruch auf Hilflosenentschädigung?

    Sie haben Anspruch auf Hilflosenentschädigung, wenn Ihr Kind im Alltag, zum Beispiel beim Essen oder der Körperpflege, auf Unterstützung angewiesen ist.

  • Was ist der Intensivpflegezuschlag?

    Der Intensivpflegezuschlag ist eine zusätzliche Geldleistung der Invalidenversicherung für Eltern von Kindern mit Behinderung. Sie können ihn beantragen, wenn Ihr Kind im Tagesdurchschnitt mindestens vier Stunden mehr Betreuung und Pflege benötigt, als ein gleichaltriges Kind ohne Behinderung.

  • Wie bekomme ich Hilflosenentschädigung und Intensivpflegezuschlag?

    Beide Leistungen müssen Sie gemeinsam bei der IV-Stelle Ihres Wohnkantons beantragen. Dokumentieren Sie im Antrag genau, wie viel Zeit Sie täglich für die Pflege Ihres Kindes aufwenden. Die IV prüft dann Ihren Anspruch. Hier geht es direkt zur Anmeldung auf der Homepage der AHV/IV.

  • Kann mein Kind alleine wohnen?

    Ob und in welchem Umfang Ihr Kind selbstständig wohnen kann, hängt von der Art und dem Ausmass der Behinderung ab. Wer eine Hilflosenentschädigung erhält, hat Anspruch auf den sogenannten Assistenzbeitrag. Dieser ermöglicht es, ein eigenes Budget zu nutzen, um selbst Personen anzustellen, die im Alltag helfen (lesen Sie dazu auch Assistenzbeitrag – Fragen und Antworten). Ausserdem gibt es verschiedene, betreute Wohnformen wie zum Beispiel Tagespflegeheime, Wohnschulen oder Wohngruppen.

  • Gibt es irgendwo auch KITA-Plätze für mein Kind?

    Alle Kinder haben das Recht, reguläre Kindertagesstätten zu besuchen. Soweit die Theorie. In der Praxis nehmen jedoch nicht alle Einrichtungen Kinder mit Behinderungen auf. Hier kommt es stark auf das jeweilige Betreuungsangebot und die Ausbildung der Betreuenden an. Falls Sie Schwierigkeiten haben, eine KITA für Ihr Kind zu finden, suchen Sie nach integrativen Angeboten. Der Verein insieme bietet dafür eine Übersicht an.   

  • Warum muss mein Kind an eine Sonderschule?

    Ihr Kind besucht eine Sonderschule, wenn es in der Regelschule nicht genug Unterstützung bekommt. Hier lesen Sie mehr zur Einschulung von Kindern mit Behinderung.

  • Gibt es in meiner Region inklusive Sportangebote?

    Ja, in vielen Regionen gibt es inklusive Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen! Gute Anlaufstellen sind zum Beispiel Procap und PluSport.

Hilfe für Eltern: Wo finde ich Unterstützung?

Ob akute Krisensituation oder langfristige Begleitung, für fast jedes Anliegen gibt es in der Schweiz passende Anlaufstellen. Wichtig ist, das richtige Beratungsangebot für die eigene Situation zu finden.

Kostenlose und kostenpflichtige Angebote

Viele Beratungsstellen, wie Pro Juventute oder der Elternnotruf, bieten ihre Dienste kostenlos an. Es gibt aber auch spezialisierte Angebote, die kostenpflichtig sein können. Ein genauer Blick auf die jeweiligen Websites gibt Auskunft über die Konditionen.

Erziehungsfragen

Pro Juventute Elternberatung
Kostenlose Beratung zu Erziehungsfragen – telefonisch, per Chat oder E-Mail, rund um die Uhr.

Regionale Mütter- und Väterberatung
Beratung zu Entwicklung, Ernährung, Pflege und Erziehung von Kleinkindern.

Erziehungsberatung
Informationen zum Thema.

Gesundheitsfragen

EnableMe Schweiz
Kostenlose Artikel zu verschiedenen Behinderungen sowie körperlichen und psychischen Krankheiten.

Gesundheitsförderung Schweiz
Informationen zur Förderung der Gesundheit von Kindern bis vier Jahre und deren Eltern.

Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (SGKJPP)
Vermittlung und Informationen zu psychiatrischer Beratung und Therapie.

Krisensituationen

Elternnotruf Schweiz
24-Stunden-Hotline, vertraulich und anonym, für Eltern in Krisen.

Die Dargebotene Hand
Anonyme, kostenlose Beratung bei persönlichen und familiären Krisen.

Berufswahl

EnableMe Lehrstellenportal
Informationen rund um das Thema Ausbildung inklusive Lehrstellenbörse.

Berufsberatung Schweiz
Informationen und Beratung zu Berufswahl, Lehrstellen und Laufbahn.

Yousty.ch
Lehrstellenplattform und Infos rund um die Berufswahl.

Ihr Kind zählt auf Sie!

Studien haben ergeben, dass Eltern und andere erwachsene Bezugspersonen wichtige Ansprechpartner sind, wenn es um die Berufswahl geht. Mit den richtigen Informationen können Sie Ihr Kind (mit oder ohne Behinderung) optimal unterstützen und ihm zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben verhelfen. Besuchen Sie jetzt das EnableMe Lehrstellenportal und erhalten Sie wertvolle Tipps über Berufswahl, Lehre, Lehrabbruch und weitere Themen. 

Mehr erfahren

Für Eltern von Kindern mit Behinderungen

Es gibt zahlreiche Stellen, bei denen Sie sich für Fragen rund um Behinderungen melden können. Diese Liste ist nicht abschliessend.

EnableMe
Die digitale Begleitstelle für Eltern von Kindern mit Behinderungen und/oder Krankheiten unterstützt Sie bei den Herausforderungen im Alltag.$

Pro Infirmis
Beratung und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen und deren Familien.

Procap
Der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz bietet unter anderem rechtliche Beratungen für Eltern an.

Vereinigung Cerebral Schweiz
Berät, informiert und unterstützt Menschen mit zerebraler Behinderung und ihre Angehörigen.

Autismus

Autismus Schweiz
Beratung, Information und Austausch für Eltern von Kindern mit Autismus.

Elternnetz Autismus
Austauschplattform und Beratungsangebote für betroffene Familien. 

ADHS

ADHS-Organisation elpos Schweiz
Beratung, Information und Vernetzung für Eltern von Kindern mit ADHS.

Gossik
Bietet eine App für Betroffene sowie weitere Informationen zu ADHS an. 

Warum es sich lohnt, Hilfe anzunehmen

Eltern zu sein ist für viele eine der schönsten, aber auch herausforderndsten Aufgaben im Leben. So kann es immer mal wieder zu Situationen kommen, die überfordernd wirken. Doch eines sollten Sie wissen: Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen, ganz im Gegenteil. Professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, ist ein Zeichen von Stärke und Verantwortungsbewusstsein. Es zeigt, dass Sie das Beste für Ihr Kind und Ihre Familie wollen. Die zahlreichen Beratungsstellen in der Schweiz unterstützen Sie genau dabei.

Machen Sie den ersten Schritt – für sich und Ihr Kind. Denn gemeinsam lassen sich auch schwierige Situationen besser bewältigen.


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