Behandlung eines Babys | © Unsplash

Arztbehandlung fragwürdig

So wünschenswert und förderlich eine harmonische Arzt-Patienten-Beziehung auch sein mag, manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass zwischen beiden ein Konflikt entsteht. Zum Beispiel, wenn Sie mit einem Vorschlag oder einer Entscheidung des ärztliches Fachpersonals zur Behandlung Ihres Kindes nicht einverstanden sind.

Sagen Sie es den Ärztinnen und Ärzten, wenn Sie mit einer Entscheidung oder einem Vorschlag nicht einverstanden sind. Das ist sowohl für Sie selbst, Ihr Kind als auch für das ärztliche Fachpersonal wichtig. Denn je stärker Sie eine Therapie für Ihr Kind ablehnen, desto schwerer wird es für Sie sein, die Therapie für Ihr Kind im Alltag umzusetzen. Sie sind beziehungsweise Ihr Kind ist nicht motiviert und Sie und Ihr fühlen sich unter Umständen noch zusätzlich psychisch belastet. Das gefährdet den Behandlungserfolg und macht sowohl Sie, Ihr Kind als auch das ärztliche Fachpersonal unzufrieden. Im schlimmsten Fall sind alle Beteiligten frustriert und verlieren gegenseitiges Vertrauen.

Nur wenn Sie den Ärztinnen und Ärzten gegenüber Ihren Eindruck offen ansprechen, können diese

  • überhaupt erfahren, dass Sie mit dem Vorschlag nicht zufrieden sind,

  • wissen, warum Sie nicht einverstanden sind,

  • über die Therapie informieren, wie Sie es brauchen,

  • den Behandlungsvorschlag mit Ihnen gemeinsam so überarbeiten, dass Sie beide damit zufrieden sind,

  • den Behandlungserfolg sichern und

  • das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen resp. Ihrem Kind stärken.

Arzt | © Unsplash

Eine offene Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien ist wichtig für eine erfolgreiche Behandlung. (Foto: Unsplash)

Konflikte entschärfen

Auch Ärztinnen und Ärzte können empfindlich reagieren, zum Beispiel, wenn sie glauben, dass jemand ihre Kompetenz anzweifelt. Wenn Sie offen ansprechen, dass Sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind, können Sie dem ärztlichen Fachpersonal Ihres Kindes diese Befürchtung nehmen. Zum Beispiel, indem Sie deutlich signalisieren, dass

  • Sie die fachliche Kompetenz nicht anzweifeln,
  • es Ihnen wichtig ist, eine Behandlung für Ihr Kind zu bekommen, die auch aus Ihrer Sicht einen Sinn ergibt,
  • Sie sich mit Ihrer offenen Aussprache die Chance geben möchten, eine Behandlung festzulegen, mit der alle zufrieden sein können und
  • Sie weiter mit ihm*ihr vertrauensvoll zusammenarbeiten wollen und gerade deshalb Ihre Unzufriedenheit ansprechen, anstatt gleich einen Arztwechsel anzustreben. 

Sofern Sie keine Möglichkeit sehen, sich für den weiteren Therapieablauf zu einigen, dann steht Ihnen im Rahmen der freien Arztwahl selbstverständlich der Weg des Arztwechsels offen.